Mit „Besser geht’s nicht“ (1997) hat James L. Brooks
(„Zeit der Zärtlichkeit“, „Nachrichtenfieber“) eine der schönsten
Komödien der 1990er Jahre und darüber hinaus geschaffen, was auch der Spielfreude
der beiden mit je einem Oscar ausgezeichneten Hauptdarsteller Jack Nicholson
und Helen Hunt zu verdanken war. Sieben Jahre später präsentierte Brooks
erneut in Personalunion als Produzent, Drehbuchautor und Regisseur mit „Spanglish“
die nächste Liebeskomödie, doch Adam Sandler und Téa Leoni sowie Neuentdeckung
Paz Vega spielen da leider in einer anderen Liga.
Inhalt:
Die Mexikanerin Cristina bewirbt sich für ein
Hochschulstipendium und blickt in ihrer Bewerbung auf das Abenteuer zurück, als
ihre alleinerziehende, nur Spanisch sprechende Mutter Flor Moreno (Paz Vega)
mit ihr (Shelbie Bruce) in die USA reiste und durch Flors Cousine einen
Job als Hausmädchen bei einer eher ungewöhnlichen Familie zu arbeiten begann… John
Clasky (Adam Sandler) ist Besitzer eines Restaurant und ein erfolgreicher
Sternekoch, der sich ebenso wie seine nach ihrer Arbeitslosigkeit im
Selbstfindungsprozess gefangene Ehefrau Deborah (Téa Leoni) um die richtige
Erziehung der beiden Kinder bemüht, doch geraten sie dabei immer öfter
aneinander. Ebenfalls im Haus wohnt Deborahs Mutter, die ehemalige Jazz-Sängerin
Evelyn (Cloris Leachman). Dass Flor kein Wort Englisch spricht, macht
den Kulturschock zwar nicht kleiner, aber dank ihrer ausgeprägten sozialen Kompetenz
ist Flor aus dem Haushalt der Claskys nicht mehr wegzudenken. Als die Familie den
Sommer in einem Strandhaus verbringt, sieht sich Flor gezwungen, ihre Tochter Cristina
mitzunehmen, die nicht nur als Übersetzerin wertvolle Dienste leistet, sondern
vor allem von Deborah ins Herz geschlossen und verwöhnt wird, wodurch sich ihre
eigene Tochter Bernice (Sarah Steele) zurückgewiesen und Flor in ihrer
Erziehungsarbeit untergraben fühlen. Nebenbei gerät John in eine tiefe
berufliche Krise, die er nur mit Hilfe seiner Kinder und auch mit Hilfe von
Flor bewältigen kann…
Kritik:
Wie der Titel „Spanglish“ bereits andeutet, steht der
Kulturclash zwischen der Mexikanerin Flor und ihren quirligen amerikanischen
Arbeitgebern im Mittelpunkt der Geschichte, aber natürlich sorgt eine Portion
Romantik in der Beziehung zwischen Flor und ihrem Chef für das Salz in der
Suppe. Mit zwei Stunden ist diese Culture-Clash-RomCom allerdings etwas lang
geraten, was vor allem daran liegt, dass Brooks nicht nur die
Sprachbarriere und unterschiedliche Erziehungsmodelle in seinem Skript
verarbeitet, sondern auch die Probleme der vermeintlich zu dicken oder zu
lustlosen Kinder sowie die neurotischen Störungen der Eltern thematisiert, so
dass es zwar turbulent zugeht, aber die Geschichte nie wirklich auf den Punkt
kommt. Gerade Adam Sandler („Ein Hochzeit zum Verlieben“, „Big Daddy“)
agiert wie ausgebremst, spielt nicht nur hinter den beiden temperamentvollen
Frauen Deborah und Flor die zweite Geige, sondern wird auch von den Kinderdarstellerinnen
in die zweite Reihe gedrängt. So ist „Spanglish“ eine recht
vorhersehbare Komödie, die sich an zu vielen Themen verhebt, aber wegen des überwiegend
überzeugenden Ensembles doch noch recht unterhaltsam ausfällt.
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