Ocean's 8

Zwischen 2001 und 2007 inszenierte der oscarprämierte Filmemacher Steven Soderbergh („Traffic – Die Macht des Kartells“) mit der stargespickten „Ocean’s“-Trilogie einen höchst unterhaltsamen Heist-Movie-Reigen, der nicht nur durch die Spiellaune von Hollywood-Stars wie George Clooney, Brad Pitt, Elliott Gould, Al Pacino, Andy Garcia, Matt Damon und Catherine Zeta-Jones, sondern auch durch eine flotte Inszenierung und cool groovende Scores von David Holmes eine Klasse für sich darstellte. Elf Jahre nach dem Abschluss der Trilogie präsentiert Gary Ross („Die Tribute von Panem“) mit „Ocean’s 8“ ein mit weiblichen Hollywood-Stars besetztes Spin-off/Sequel, das zwar nicht an Soderberghs kurzweilige Trilogie heranreicht, aber doch gut zu unterhalten vermag. 

Inhalt: 

Nachdem die Hochstaplerin Debbie Ocean (Sandra Bullock), die Schwester des mittlerweile (vermutlich) verstorbenen Gauners Danny Ocean, auf Bewährung aus dem Knast entlassen worden ist, sinnt sie auf Rache an ihrem Ex-Freund Claude, der sie vor fünf Jahren bei einem gemeinsamen Schwindel an die Polizei verpfiffen hat. Die anstehende Met Gala scheint ihr die perfekte Gelegenheit zu bieten, ein 150 Millionen Dollar teures Cartier-Collier zu stehlen. Debbie sucht ihre alte Freundin und Komplizin Lou Miller (Cate Blanchett) auf und stellt mit ihr ein Team zusammen. 
Neben der bankrotten Modedesignerin Rose Weil (Helena Bonham Carter) und der erfahrenen Hackerin Nine Ball (Rihanna) zählen dazu die Juwelierin Amita (Mindy Kaling), die Trickbetrügerin Constance (Awkwafina) und die Hehler-Expertin Tammy (Sarah Paulson). Um an den hochgesicherten Cartier-Schmuck zu gelangen, ist Debbies Crew auf die Mithilfe der unwissenden Schauspielerin Daphne Kluger (Anne Hathaway) angewiesen, für die Rose das passende Abendkleid schneidern und bei der Anprobe das Cartier-Collier mit dem Handy abscannen soll, damit Nine Ball aus dem digitalen Scan eine Zirkonia-Kopie erstellen kann. 
Tammy lässt sich derweil als Redakteurin bei der Modezeitschrift Vogue einstellen und sichert sich einen Job bei der Organisation der Gala, während Lou als Ernährungsberaterin bei der Gala fungiert und Debbies Ex-Lover und -Komplize, der Kunsthändler Claude Becker (Richard Armitage), als Daphnes Tischherr eingeladen wird. Debbies Team wird auch mit der Herausforderung fertig, dass das Collier nur mit einem speziellen Magnetschlüssel geöffnet wird. Der Showdown beginnt, als das Brechmittel, das Lou Daphnes Suppe beigemischt hat, zu wirken beginnt… 

Kritik: 

Der vierfach Oscar-nominierte Gary Ross hat mit seiner Co-Autorin Olivia Milch („Dude“) nicht gerade eine besonders originelle Geschichte für „Ocean’s 8“ ersonnen. Wie in Soderberghs „Ocean’s“-Trilogie liegt der Schwerpunkt der Story auf der Vorbereitung und Durchführung des wahnwitzigen Coups, doch bietet der geplante Diebstahl eines 150 Millionen teuren Cartier-Colliers bei einer prominent besuchten Gala kaum mehr als eine Variation der Vorhaben, die Danny Ocean und seine Crew in Las Vegas und Europa durchzogen. 
Der größte Unterschied zwischen Soderberghs „Ocean’s“-Trilogie und Gary Ross‘ Sequel „Ocean’s 8“ besteht natürlich in dem Gegensatz zwischen der männlichen Star-Power in der Trilogie und dem neuen Film der Reihe, in dem Sandra Bullock („Speed“, „Während du schliefst“) und Cate Blanchett („Der Herr der Ringe“-Trilogie, „Die Journalistin“) die weibliche Star-Riege anführen. So wie sich George Clooney und Brad Pitt locker die Bälle zuspielten, bieten sich auch Bullocks und Blanchetts Figuren gerade zu Beginn einen launigen Schlagabtausch. Allerdings geht es ihnen letztlich ähnlich wie Julia Roberts und Catherine Zeta-Jones, deren Rollen in den „Ocean’s“-Filmen kaum Profil gewinnen konnten. Noch schwieriger haben es die Bullock und Blanchett nachgeordneten Schauspielerinnen, auch wenn sie sich redlich bemühen, den oberflächlich gezeichneten Figuren etwas Tiefe zu verleihen. 
Am Ende steht nämlich doch die Action im Vordergrund, also der detaillierte Plan für den gewagten Coup, und es ist amüsant anzusehen, wie die Vorbereitungen am Gala-Abend minutiös in die Tat umgesetzt werden. Da kommt das Publikum noch in den Genuss von Cameo-Auftritten der Model-Ikone Heidi Klum, Tennis-Profi Serena Williams, der Schauspielerinnen Katie Holmes, Dakota Fanning, Kelly Rohrbach, Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour und des Rappers Common. Mehr als ein schillerndes Schaulaufen und ein paar nette Ideen bei der Durchführung des Coups bietet „Ocean’s 8“ aber nicht. 

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