Gallipoli
Um die mit den Deutschen verbündeten Türken während des
Ersten Weltkriegs auszuschließen, planten die Briten mit der Unterstützung nicht
nur der Franzosen und Kanadier, sondern auch der Australier und Neuseeländer, die
türkische Halbinsel Gallipoli zu besetzen und sie als Ausgangsbasis für die
Eroberung der osmanischen Hauptstadt Konstantinopel zu nutzen, doch waren die
Türken gut vorbereitet und mähten die australischen und neuseeländischen
Truppen am 25. April 1915 gnadenlos nieder. Peter Weir, der mit seinen verstörenden
Dramen „Picknick am Valentinstag“ (1975) und „Die letzte Flut“
(1977) bereits ein renommierter Filmemacher in seiner australischen Heimat war,
thematisierte die Schlacht in seinem 1981 inszenierten Antikriegs-Drama „Gallipoli“
mit einem noch sehr jungen Mel Gibson in der Hauptrolle.
Inhalt:
Im Jahre 1915 wächst der 18-jährige Archy Hamilton (Mark
Lee) als Sohn eines Farmers im australischen Outback im Westen des Landes
auf. Zusammen mit seinem Großvater Jack (Bill Kerr) trainiert er für
eine Karriere als Sprinter, wobei er schon einige Erfolge für sich verbuchen
kann. Doch eigentlich sehnt sich Archy nach einem anderen Leben als jenes
seiner Eltern, weshalb er sich unbedingt der australischen Armee anschließen
will. Während eines Sportwettbewerbs trifft er auf Frank Dunne (Mel Gibson),
einen jungen Mann, der sich bislang mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten
hat und ebenfalls ein guter Läufer ist. Die beiden eigentlich gegensätzlichen
Männer freunden sich schließlich an, denn da Frank kein Geld mehr hat und Archy
von zu Hause endlich weggekommen ist, wollen sie nun beide zur Armee. Als dann
aber Archy wegen seines Alters durchfällt, beschließen sie nach Perth zu gehen,
wo die zuständigen Armeebeamten es, wie Frank sagt, nicht so genau nehmen und
jeden Mann rekrutieren, den sie finden können.
Nach einer abenteuerlichen Reise voller Hindernisse erreichen
Archy und Frank ihr Ziel: Während der erfahrene Sprinter und Reiter Archy zur
Kavallerie eingeteilt wird, gelangt Frank zur Infanterie, wo er einige alte
Freunde wiedertrifft. Nach einer Ausbildung in Ägypten kommen die Männer an die
Front nach Gallipoli, wo sie als Teil der britischen Armee das Heer der Türken
schwächen sollen. Doch das Abenteuer, was sich besonders Archy und Franks
Freunde einst versprachen, entwickelt sich immer mehr zu einem Albtraum…
Kritik:
Weir und sein Drehbuchautor David Williamson („Balibo“,
„Face to Face“) haben einen interessanten Rahmen für ihr Drama über die
Schlacht von Gallipoli gefunden, indem sie die Freundschaft zweier junger
Männer in den Mittelpunkt stellt, die zwar unterschiedlicher Natur sind, aber
durch die gemeinsame Freude am Laufen schicksalhaft miteinander verbunden sind.
Das beginnt mit der Reise im Güterwaggon eines Zuges Richtung Perth, einem 50-Meilen-Marsch
durch die Wüste und einer ausgelassenen Zeit in Franks Heimatstadt, bis das
Schiff mit den Soldaten Richtung Türkei ablegt. Peter Weir inszeniert den
Großteil seines Dramas tatsächlich als ausgelassenen Abenteuerfilm, indem sich
die Freunde selbst bei ihren ersten Übungen in Ägypten lachend in die Arme fallen.
Doch je näher die Geschosse der Türken an ihrem Gefechtsstand einschlagen,
desto mehr wird ihnen der tödliche Ernst der Lage bewusst. Weir schürt
ihr bewusst Ressentiments gegen die britischen Offiziere, die die australischen
Truppen rücksichtslos gegen die gut in den Stellungen liegenden Türken verheizen.
Auch wenn Weir damit über das Ziel hinausschießen mag, ist ihm mit „Gallipoli“
ein eindringliches Drama über eine Männerfreundschaft und die Sinnlosigkeit des
Krieges gelungen, das zudem mit Jean-Michel Jarres Musik aus „Oxygene“
und das Tomaso Albinoni zugeschriebene „Adagio in g-Moll“ interessant
vertont worden ist. Mit Mel Gibson arbeitete Weir anschließend
auch in dem Thrillerdrama „Ein Jahr in der Hölle“ (1982) zusammen.

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