Seit Sylvester Stallone 1978 mit als Boxer Rocky Balboa
in „Rocky“ seinen Durchbruch feiern durfte, war er auf harte Action-Rollen
abonniert, doch gönnte er sich immer wieder halbwegs unterhaltsame Ausflüge ins
Komödienfach, oft auch innerhalb des Action-Genres – wie „Tango & Cash“,
„Stop! Oder meine Mami schießt!“ oder „Oscar – Vom Regen in die Traufe“.
Nachdem Stallone Mitte der 1990er Jahre nur noch mittelmäßige Filme wie „The
Specialist“, „Judge Dredd“, „Assassins – Die Killer“ und „Daylight“
abgeliefert hatte, bot ihm Anfang der 2000er Jahre die Rolle eines Bodyguards
in „Avenging Angelo“ (2002) zur Abwechslung die Möglichkeit, in einer
romantischen Action-Komödie zu punkten – was ihm allerdings nicht allzu
überzeugend gelang.
Inhalt:
Der alternde Mafia-Boss Angelo Allieghieri (Anthony Quinn)
weiß, dass er jeden Moment durch einen seiner Konkurrenten aus dem Weg geräumt
werden kann, weshalb er vorsorglich eine Videobotschaft für seine mittlerweile
erwachsene Tochter Jennifer Barrett Allieghieri (Madeleine Stowe)
aufnimmt, die bislang nichts von ihrem leiblichen Vater weiß. Der hat Jennifer
schon als Kleinkind in eine andere Familie abgegeben, nachdem er
fälschlicherweise verdächtigt worden war, für das Attentat auf einen seiner Konkurrenten
verantwortlich gewesen zu sein. Seitdem stand jeder aus Allieghieris Familie
auf der Abschussliste. Noch zu seinen Lebzeiten hat Allieghieri seinen
Bodyguard Frankie Delano (Sylvester Stallone) damit beauftragt, ein Auge
auf Jennifer zu werfen. Als Allieghieri in einem Restaurant erschossen wird,
weiß Frankie, was die Stunde geschlagen hat, und weicht Jennifer – nachdem er
ihr das Video ihres leiblichen Vaters gezeigt hat – nicht mehr von ihrer Seite.
Tatsächlich haben es die Killer ihres Vaters auch auf die selbst abgesehen. Nachdem
Jennifer ihren Mann Kip (Harry Van Gorkum) mit ihrer besten Freundin
nackt im heimischen Pool erwischt und ihm den Laufpass gegeben hat, ist Frankie
ihre einzige Lebensversicherung…
Kritik:
Anthony Quinn, der hier seinen letzten Filmauftritt
seiner Karriere hat, spielte bereits in Tony Scotts Rache-Thriller „Revenge
– Eine gefährliche Affäre“ (1990) an der Seite von Madeleine Stowe („12
Monkeys“, „Der letzte Mohikaner“), die damals noch am Anfang ihrer Karriere
stand, verkörperte da aber noch den rachsüchtigen Ehemann. In „Avenging
Angelo“ zeigt sich Quinn als besorgter Vater von seiner liebevollen
Seite, hat aber kaum Gelegenheit, dies ausführlich zu zeigen, da er schon früh
aus der Handlung genommen wird. Stattdessen steht die Flucht von Jennifer und ihrem
Leibwächter vor den Mafia-Killern im Zentrum des Plots, der zwar mit einigen
witzigen Momenten aufwarten kann, aber sonst recht uninspiriert auf gewohnten
Wegen dahinplätschert. Stallone wirkt in der Rolle als Bodyguard, der
sich in seinen Schützling verliebt, etwas fehl am Platze. Dafür kann Madeleine
Stowe, die sonst ebenfalls in eher ernsten Rollen zu sehen gewesen ist, sowohl
ihre äußeren Reize als auch ihr komisches Talent gut in Szene setzen. Wenn
wenigstens die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmen würde, wäre
aus „Avenging Angelo“ sicher eine sehenswerte romantische Action-Komödie
geworden. So darf man sich allein an Madeleine Stowes Performance
erfreuen.
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