Die drei Tage des Condor
Eigentlich war das Paranoia-Kino in den 1970er Jahren fest
in Alan J. Pakulas Händen, inszenierte er mit „Klute“ (1971), „Zeuge
einer Verschwörung“ (1974) und „Die Unbestechlichen“ (1976), dazu
gesellte sich neben Francis Ford Coppolas meisterhaften „Der Dialog“
(1974) aber auch Sydney Pollacks „Die drei Tage des Condor“
(1975) mit Robert Redford in der Hauptrolle eines CIA-Agenten auf der
Flucht vor der eigenen Truppe.
Inhalt:
Joseph Turner (Robert Redford) arbeitet in New York für
eine als American Literary Historical Society getarnte Außenstelle des Nachrichtendienstes
CIA, wo sich der belesene Turner unter dem Decknamen „Condor“ zusammen mit
seinem Team internationale Buchveröffentlichungen auf versteckte Codes und
Nachrichten untersucht. Als Turner eines Tages in der Mittagspause wie üblich in
einem Diner Snacks für seine Kollegen besorgt, stößt er bei seiner Rückkehr auf
ein Blutbad. Alle seine Mitarbeitenden wurden auf effiziente Weise erschossen.
Als ihm die Flucht aus dem Gebäude gelingt und er den
Überfall telefonisch beim Hauptquartier meldet, stößt Turner auf ungeahnte
Widerstände und wird beim vereinbarten Treffpunkt zur Überführung in die
Zentrale des CIA beinahe erschossen. Von nun an wird Turner als misstrauischer
Einzelkämpfer gegen die offensichtlich korrupt unterwanderte Behörde zum
Gejagten des eiskalten Profikillers Joubert (Max von Sydow). In seiner
Not nimmt Turner die hübsche, sensible Fotografin Kathy Hale (Faye Dunaway)
als Geisel und nistet sich bei ihr ein, wobei sich die beiden trotz der
brisanten Situation allmählich näherkommen. Doch auch hier ist der abtrünnige
Condor auf Dauer nicht sicher, der mit Kathys Hilfe schließlich zu Higgins (Cliff
Robertson) vordringt, einem hohen Tier des CIA, der ihm verrät, dass der
Drahtzieher der blutigen Aktion in Washington sitzt, wohin sich Turner alsbald
im Alleingang aufmacht…
Kritik:
Sydney Pollack inszeniert den packenden Verschwörungsthriller
nach James Gradys Roman „Six Days of the Condor“ und erzeugt von
Beginn an eine beklemmende Spannung, die zunächst durch das blutige, vom
undurchsichtigen Profikiller Joubert durchgeführte Massaker an Turners Kollegen
und fortan durch die Flucht des CIA-Außendienstmitarbeiters und seine
Bemühungen, die Hintergründe für die Tat zu ergründen, aufrechterhalten wird.
Dabei bleiben dem Zuschauer ebenso wie Turner selbst die Motive für das Massaker
an Leuten, die letztlich nur ausländische Bücher lesen und auswerten, bis zum
Schluss im Dunkeln. Interessant gestaltet sich die Beziehung zwischen dem
charismatischen Turner, der sich durchaus nachrichtendienstlicher Techniken zu
bedienen versteht, um seinen Häschern auf die Spur zu kommen, und der attraktiven,
aber ambivalent ausgerichteten Fotografin Kathy, auch wenn ihre Beziehung für
die Handlung kaum von Bedeutung ist. Indem Turner - großartig von Pollacks
Lieblingsschauspieler Robert Redford („Jeremiah Johnson“, „Jenseits
von Afrika“) verkörpert – seinem eigenen Arbeitgeber auf die Spur kommt, bringt
Pollack das allgemeine Unbehagen in der amerikanischen Bevölkerung nach
dem Watergate-Skandal zum Ausdruck, das Misstrauen gegen die staatlichen
Behörden, die eigentlich die eigene Bevölkerung beschützen soll.
Das spannende Thriller-Drama ist nicht nur packend
inszeniert, sondern auch großartig besetzt und musikalisch wunderbar von Dave
Grusin untermalt. Hier stimmt einfach alles!


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