The Way Back

Mit Werken wie „Picknick am Valentinstag“, „Ein Jahr in der Hölle“, „Ein einziger Zeuge“ und „Der Club der toten Dichter“ hat sich der australische Filmemacher Peter Weir längst über seine Heimat hinaus einen Namen gemacht. In den 2000er Jahren ist es allerdings sehr ruhig um ihn geworden. Nach seinem zweifach Oscar-prämierten Abenteuer „Master & Commander: Bis ans Ende der Welt“ (2003) ließ sich Weir sieben Jahre Zeit, um mit „The Way Back“ seinen bislang letzten Film zu präsentieren.

Inhalt:

Polen, 1940: Im sowjetisch besetzten Teil des Landes wird der polnische Kavallerie-Offizier Janusz (Jim Sturgess) bezichtigt, sich negativ über die UdSSR und ihren Führer Josef Stalin geäußert zu haben. Als wichtigste Belastungszeugin wird ausgerechnet Janusz‘ Frau vorgeführt, die ihren Mann vor seinen Augen denunziert. Als er für 20 Jahre ins Strafgefangenenlager nach Sibirien verbannt wird, trifft er auf politisch Unliebsame und Kriminelle, die unter den Augen der Wachen im Lager eine Gewaltherrschaft ausüben. Mit dem Schauspieler Khabarov (Mark Strong) fasst Janusz den Entschluss, das Lager Richtung Süden über die sowjetisch-mongolische Grenze zu verlassen. Vom Amerikaner Smith (Ed Harris) vernimmt er, Khabarov sei ein Hochstapler. Doch der junge Pole gibt nicht auf. Gemeinsam mit dem brutalen Gangster Valka (Colin Farrell) brechen Janusz und Smith während eines wütenden Eissturms aus. Ebenfalls im Schlepptau: Der jugoslawische Buchhalter Zoran (Dragos Bucur), der Künstler Tomasz (Alexandru Potocean), der erst 17-jährige Kazik (Sebastian Urzendowsky) und der lettische Priester Voss (Gustaf Skarsgard). Um endlich Freiheit und Frieden in ihren jeweiligen Heimatländern zu finden, begibt sich die Gemeinschaft auf eine 4000 Meilen lange Reise durch die Mongolei, die Wüste Gobi und das Himalaya-Gebirge – eine übermenschliche Kraftprobe, bei der die Integrität der Gruppe mehr als einmal auf dem Spiel steht, zumal sie auf der gefährlichen, entbehrungsreichen Reise durch Wüsten, Steppen und Wälder noch die junge Polin Irena (Saoirse Ronan) auflesen. Hunger, Durst und das Wetter sind jedoch nicht die einzigen Gefahren, denen sich die multinationale Ausreißer-Truppe stellen muss…

Kritik:

Peter Weir hat mit „The Way Back“ die 1952 erschienenen Memoiren des polnischen Gulag-Insassen Slavomir Rawicz verfilmt und beschreibt mit seinem packenden Epos die abenteuerliche, wenn auch historisch nicht unumstrittene Flucht einer ungleichen Schicksalsgemeinschaft über 6.500 Kilometer von Sibirien nach Indien. Ähnlich wie schon mit seinen Filmen „Die Truman Show“, „Ein Jahr in der Hölle“ oder „Der Club der toten Dichter“ lässt Weir seine Protagonisten ihre vertraute Welt verlassen, damit sie unter größten Entbehrungen ihre Freiheit finden und sich dabei von gesellschaftlichen Fesseln befreien. „The Way Back“ fängt zunächst Stalins skrupelloses Bestreben ein, den Kommunismus in die Welt zu tragen, präsentiert die unmenschlichen Zustände im sibirischen Strafgefangenenlager und nimmt sich dann sehr viel Zeit, die zigtausend Meilen andauernde Wanderung der Schicksalsgemeinschaft aus verschiedenen Ländern Richtung Süden in die Freiheit zu schildern. Weirs versierter Stammkameramann Russell Boyd fängt dabei die klaustrophobische, von Gewalt geprägte Atmosphäre im Straflager ebenso gekonnt ein wie die unterschiedlichen Landstriche. Mit wundervollen Landschaftsaufnahmen sengend heißer Wüsten und schneebedeckter Berge wartet „The Way Back“ mit interessanten Kontrasten auf, die sich in den unterschiedlichen Persönlichkeiten in der Truppe widerspiegeln. Weir verzichtet dabei auf übertriebenes Pathos, melodramatische Musik und große Gesten. Er bleibt dicht bei seinen Figuren, stellt ihre Ängste, aber vor allem ihren Überlebenswillen in den Mittelpunkt seines angenehm konventionell inszenierten Dramas, in dem gestandene Mimen wie Ed Harris, Mark Strong und Colin Farrell ebenso überzeugen wie die junge Saoirse Ronan und die Schar unbekannter osteuropäischer Darsteller.

Kommentare

Beliebte Posts