Cannery Row – Straße der Ölsardinen
1973 schrieb David S. Ward das Oscar-prämierte
Drehbuch zu dem Paul-Newman-/Robert-Redford-Klassiker „Der Clou“,
fast zehn Jahre später feierte er sein Regiedebüt mit „Cannery Row – Straße
der Ölsardinen“ (1982) nach den beiden Romanen „Die Straße der
Ölsardinen“ (1945) und „Wonniger Donnerstag“ (1954) von John
Steinbeck mit Nick Nolte und Debra Winger in den Hauptrollen –
und einigen skurrilen Charakteren um sie herum.
Inhalt:
Ende der 1940er Jahre haben die Fischdosenfabriken der einst
florierenden Cannery Row – der Straße der Ölsardinen - geschlossen.
Zurückgeblieben sind der ehemalige Baseballstar, nun als Meeresbiologe arbeitende
Doc (Nick Nolte), der obdachlose Mack (M. Emmet Walsh) und dessen
ebenfalls in ausrangierten Tanks lebenden Freunde Hazel (Frank McRae),
Hughie (Tom Mahoney), Jones (John Malloy) und Eddie (James Keane);
Fauna Flood (Audra Lindley), Betreiberin des Bordells Bear Flag,
Ella mit ihrem Diner Golden Poppy, Joseph (Santos Morales),
Besitzer eines kleinen Kaufladens, und der trompetenspielende Hellseher Max. Während
alle anderen aus der Cannery Row weggezogen sind, landet die junge wie hübsche Suzy
DeSoto (Debra Winger) auf der Suche nach Arbeit bei Fauna, wo sie
eigentlich einen Job als Bedienung sucht, stattdessen aber als Prostituierte eingestellt
wird. In Josephs Laden lernen sich Doc und Suzy über Fauna kennen und finden
sofort Gefallen aneinander. Suzy erfährt von Fauna, dass Doc früher der
Baseballprofi „Eddie der Blitz“ war und bürgerlich Ed Daniels heißt. Bei einem
gemeinsamen Abendessen mit Doc erfährt Suzy, dass er mit 22 Jahren einen
anderen Spieler mit einem Ball so schwer am Kopf traf, dass dieser ins Koma fiel
und danach nicht mehr derselbe war. Eddie hat nach diesem Unfall seine Karriere
beendet.
Suzy und Doc kommen sich näher, weshalb Mack und seine
Freunde beschließen, eine Überraschungs-Party in Docs Haus zu veranstalten. Um
das Geld für Speisen und Getränke aufzutreiben, fangen sie Frösche, die sie in
Josephs Laden gegen Steaks und Bier eintauschen. Doch die Party entwickelt sich
zum Desaster, als Jungs von einer Burschenschaft die Partymeute aufmischen
wollen…
Kritik:
David S. Ward („Die Indianer von Cleveland“, „King
Ralph“) hat sich für sein Regiedebüt, für das er selbst Hand an die beiden John-Steinbeck-Bücher
anlegte, nicht nur einen interessanten Plot um liebenswert skurrile Figuren an
einem zwar heruntergekommenen, aber immer noch sehr malerischen Küstenort entwickelt,
sondern dazu auch eine humorvolle Liebesgeschichte eingeflochten, die von den
beiden Hauptdarstellern großartig umgesetzt wurde. Dabei sollte eigentlich die
15 Jahre ältere Raquel Welch die Rolle der Suzy übernehmen, wurde aber
kurz nach Drehbeginn durch die wunderbar naiv und kokett agierende Debra
Winger („Zeit der Zärtlichkeit“, „Ein Offizier und Gentleman“)
ersetzt. Der Film ist eine amüsante Hommage an das Leben und die Liebe, wobei
die Bande der obdachlosen Vagabunden mit Einfallsreichtum, freundlicher
Gesinnung und viel Engagement das eigentliche Salz in der Suppe darstellen und „Die
Straße der Ölsardinen“ zu einem feinhumorigen Feel-Good-Movie mit einem bis
in die Nebenrollen großartig aufspielenden Ensemble machen. Im Original ist übrigens
Regie-Legende John Huston („Moby Dick“, „Die Ehre der Prizzis“) als
Erzähler zu hören.
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