Zwischen zwölf und drei

Frank D. Gilroy war ein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Dramatiker, der sich als Drehbuchautor für das Fernsehen etablierte, bevor er 1964 mit seinem 1968 auch verfilmten Broadway-Hit „Rosen für die Lady“ seinen Durchbruch als Dramatiker schaffte. 1975 verfilmte er seinen eigenen Roman „From Noon till Three“ nach eigenem Drehbuch mit Charles Bronson und Jill Ireland in den Hauptrollen. „Zwischen zwölf und drei“ war der dreizehnte von insgesamt 18 gemeinsamen Filmen des Ehepaars.

Inhalt:

Als der Kriegsveteran Graham Dorsey (Charles Bronson) vor einem geplanten Bankraub mit seiner Bande davon träumt, dass er bei einem Überfall einer Kleinstadtbank als einziger Überlebender die Stadt verlässt, hegt er Zweifel an der erfolgreichen Durchführung des Plans. Unterwegs verletzt sich sein Pferd so schwer, dass er es töten muss. Auf der einsam gelegenen Ranch der attraktiven Witwe Amanda Starbuck (Jill Ireland) versucht die Bande, einen Ersatz für Dorsey zu finden, doch obwohl Dorsey im Stall ein Pferd entdeckt, berichtet er seinen Kameraden, dass es sich um eine Kuh handeln würde. Während seine vier Kameraden weiter zu ihrem Ziel reiten, will Dorsey bis zu ihrer Rückkehr gegen drei Uhr bei der Witwe auf sie warten. Um Amanda ins Bett zu kriegen, täuscht er eine Impotenz vor, die die Witwe zu heilen versucht. So kommt es zu drei intimen Zusammenkünften, die darin gipfeln, dass sich Graham und Amanda schon Gedanken über eine gemeinsame Zukunft machen. Als ein Nachbarsjunge aufgeregt davon berichtet, dass vier Bankräuber in der Stadt gefasst bzw. getötet worden sind und die drei Überlebenden gehängt werden sollen, flieht Graham auf Drängen seiner Geliebten und versucht seine Verfolger zu täuschen, indem er die Kleidung eines reisenden Zahnarztes gegen seine eigene eintauscht. Doch damit gehen Grahams Probleme erst richtig los…

Kritik:

Auch wenn „Zwischen zwölf und drei“ mit etlichen weiteren Darstellern aufwartet, ist es doch vor allem ein Zwei-Personen-Stück, das insbesondere durch die wunderbare Chemie zwischen dem Ehepaar Charles Bronson und Jill Ireland zu unterhalten vermag. Das klassische Western-Setting wird schon in der Anfangssequenz aufgebrochen, wenn sich der vermeintlich zunächst geglückte Banküberfall als Alptraum von Graham Dorsey entpuppt, der anschließend drei Stunden Zeit hat, um die schöne Witwe Amanda in ihrem prachtvollen Anwesen zu verführen. Das funktioniert vor allem in der ersten Hälfte wunderbar, wenn Graham alle Tricks der Verführungskünste anwendet, um das Objekt seiner Begierde endlich ins Bett zu bekommen. Sobald Graham allerdings die Flucht vor seinen Verfolgern antritt und die Rolle eines fahrenden Zahnarztes annimmt, verliert die bis dahin vergnügliche Parodie an Schwung und vor allem Überzeugung. Das sichtlich gut aufgelegte Schauspieler-Paar, die schicke Ausstattung und Elmer Bernsteins („Die zehn Gebote“, „Die glorreichen Sieben“) stimmungsvoller Score machen „Zwischen zwölf und drei“ zu einem launigen Western-Spaß.

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