Let Him Go - Lass ihn gehen

Es ist vor allem die Besetzung mit „Yellowstone“-Star Kevin Costner und der nach wie vor blendend aussehenden Diane Lane („Untreu“, „Die Outsider“), die „Let Him Go“ interessant machen. Dabei ist dem Neo-Western-Drama, das hierzulande sehr spät unter dem Titel „Lass ihn gehen“ verfügbar gemacht worden ist, während der Corona-Pandemie ein Kinostart verwehrt geblieben und bis heute nur über Streaming-Portale zu sichten. Tatsächlich sind es die Darsteller, die den etwas unausgegorenen Genre-Mix sehenswert machen.

Inhalt:

Die Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1951: Als der pensionierte Sheriff George Blackledge (Kevin Costner) und seine Frau Margaret (Diane Lane) ihren Sohn bei einem Unfall verloren, veränderte sich auch das Leben ihrer Schwiegertochter Lorna (Kayli Carter) mit einem Schlag, ist ihr doch der Versorger für sie und ihren dreijährigen Sohn Jimmy abhandengekommen. Mit Donnie Weboy (Will Brittain) findet sie zwar schnell einen Mann, doch wie Margaret zufällig mitbekommt, schlägt er sowohl das Kind als auch seine Frau. Wenig später sind Lorna, Donnie und Jimmy aus ihrer Wohnung ausgezogen, ohne sich verabschiedet zu haben. Margaret und George machen sich auf die Suche nach ihrem Enkel, in der Hoffnung, das Kind zurückholen zu können. Dabei haben sie jedoch die Rechnung ohne Blanche (Lesley Manville) gemacht, die Mutter von Donnie und Anführerin des durchaus berüchtigten Weboy-Clans…

Inhalt:

Nach einem 2013 veröffentlichten Roman von Larry Watson hat Drehbuchautor und Regisseur Thomas Bezucha („Big Eden“, „Die Familie Stone“) einen Neo-Western inszeniert, der sich zunächst – dem Titel angemessen - als Trauer-Drama präsentiert, ohne allerdings groß auf die psychischen Belastungen durch den tragischen Verlust einzugehen. Es wird weder der Unfall noch die Trauerarbeit der Hinterbliebenen gezeigt, stattdessen springt die Handlung ganz pragmatisch gleich zur erneuten Heirat der plötzlich alleinerziehenden, mittellosen Witwe. Würde sich „Let Him Go“ als klassisches Drama zur Trauerbewältigung präsentieren wollen, wäre der erste Teil fraglos weitaus ausführlicher thematisiert worden. Stattdessen fokussiert sich der Film fortan auf die Suche nach dem Weboy-Clan, wobei immer wieder Bemerkungen zu dem Umstand fallen, dass mit den Weboys nicht zu spaßen und deshalb Vorsicht geboten ist. Als George und seine Frau endlich den Unterschlupf ihres Enkels und ihrer Schwiegertochter ausfindig gemacht haben, entwickelt sich „Let Him Go“ auf einmal zu einem Psycho-Thriller und zunehmend zu einem Horror-Drama, in dem sich die Weboys als skrupelloser Redneck-Clan erweist, der kurzen Prozess mit seinen Widersachern macht. Das ist psychologisch kaum nennenswert ausgearbeitet, dafür aber stringent und kompromisslos inszeniert und sowohl von Costner und Lane auf der einen Seite als auch von Lesley Manville („Another Year“, „Der seidene Faden“) und Jeffrey Donovan („Sicario“, „Der fremde Sohn“) glänzend gespielt.

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