Der mit drei Primetime Emmys ausgezeichnete Filmemacher Daniel
Patrie arbeitete in den 1950er Jahren noch als Regisseur für Serien wie „Police
Story“, „Justice“ und „The United States Steel Hour“, ehe er mit dem
Drama „Ein Fleck in der Sonne“ (1961) auch an den Kinokassen Erfolg
hatte. Seither drehte Petrie zwar viel, aber wenig Bemerkenswertes. Zu seinen
bekannteren Werken zählt auf jeden Fall das mit Paul Newman prominent
besetzte Cop-Drama „Fort Apache, The Bronx“ (1981).
Inhalt:
Nach dem Mord an zwei Polizisten fordert der neue Polizeichef
Connolly (Edward Asner) ein härteres Vorgehen gegen die Verdächtigen im
41. Revier, das für die South Bronx verantwortlich ist. Hier verrichtet der desillusionierte
Streifenpolizist Murphy (Paul Newman) seit 14 Jahren seinen Dienst.
Während sein jüngerer, stilbewusster italoamerikanischer Partner Corelli (Ken
Wahl) Karriere machen will und Ärger möglichst aus dem Weg geht, steht
Murphy vor einer schwierigen Entscheidung. Das rüde Vorgehen der Polizei gegen
die meist aus Puerto-Ricanern und Afroamerikanern bestehende Bevölkerung ruft
massenhafte Proteste vor dem Polizeirevier aus, bis Connolly den Einsatz von
Tränengas gegen die Demonstranten befiehlt. Im Zusammenhang mit den Krawallen wirft
der Polizist Morgan (Danny Aiello) einen unschuldigen Puerto-Ricaner
grundlos vom Dach eines Gebäudes. Murphy, der das Geschehen beobachtete, spielt
mit dem Gedanken, Morgan dafür dranzukriegen, doch redet Corelli ihm diesen
„Verrat“ aus. Von Schuldgefühlen geplagt spricht er mit seiner neuen Freundin,
der puertoricanischen Krankenschwester Isabella (Rachel Ticotin), über
sein moralisches Dilemma. Sie sagt ihm zu, dass er keine Sekunde zögern würde,
ihren Bruder anzuzeigen, wenn dieser der Mörder gewesen wäre. Dann lässt sie
sich von Murphy in der Nähe der Drogenhändler absetzen, um sich einen Schuss
Heroin zu besorgen. Die Drogenhändler, bei denen Isabella ihre Drogen kauft,
haben mittlerweile die Prostituierte Charlotte (Pam Grier) getötet,
nachdem sie einen von ihnen ohne Grund mit einer Rasierklinge angegriffen
hatte. Die Drogenhändler fürchten, dass Isabella sie an Murphy verraten könnte,
und geben ihr unverschnittenen Stoff…
Kritik:
Daniel Patrie hat mit „Fort Apache, The Bronx“
ein sehr raues, authentisch wirkendes Cop-Drama in bester New-Hollywood-Tradition
inszeniert, wobei vor allem der scharfe Kontrast zwischen den überwiegend
weißen, der spanischen Sprache kaum mächtigen Cops und der farbigen Bevölkerung
herausgearbeitet wird. Auch wenn die Puerto-Ricaner und Afroamerikaner durchweg
als gewaltbereite, drogensüchtige und verbrecherische Menschen dargestellt
werden und damit rassistische Klischees bedient werden, zeugt die ungeschönte
Darstellung der Trümmerlandschaft und Ruinen, in denen die Menschen dort leben
müssen, woher diese verzweifelte Lebenseinstellung und -weise herrührt.
Inmitten dieser unwürdigen, heruntergekommenen Welt haben es die Cops natürlich
nicht leicht, für Ordnung zu sorgen, zumal mit der männermordenden
Prostituierten Charlotte ebenso eine tickende Zeitbombe in der Bronx unterwegs
ist wie mit den Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben und sich keine
unangemessene Polizeigewalt mehr gefallen lassen wollen. Der von Paul Newman
glaubwürdig verkörperte Cop Murphy hat schon viel gesehen und möchte sich
lieber auf die noch frische Beziehung mit Isabella konzentrieren, als sich in innerpolizeiliche
Konflikte reinzuhängen. Seine Beziehung verleiht dem harten Polizeialltag eine
emotionale Note, doch überwiegen eindeutig die krassen Darstellungen eines
heruntergekommenen Stadtviertels, in dem Kriminelle und Huren das Bild in den
Straßen prägen.
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