Bereits 1947 hat Jacques Tourneur mit „Goldenes
Gift“ den ein Jahr zuvor erschienenen Roman „Build My Gallows High“
aus der Feder von Daniel Mainwaring mit Robert Mitchum, Kirk Douglas
und Jane Greer in den Hauptrollen erfolgreich verfilmt. Fast vierzig
Jahre später hat Taylor Hackford („Ein Offizier und Gentleman“,
„Dolores“) mit „Gegen jede Chance – Against All Odds“ (1984) ein
packendes Remake inszeniert, das vor allem durch den zum Hit avancierten
Titelsong „Against All Odds“ von Phil Collins populär geworden ist.
Inhalt:
Terry Brogan (Jeff Bridges) ist ein alternder
Football-Spieler aus L.A., der mit seinen anhaltenden Schulterproblemen vor dem
Karriereende steht, aber noch fette Geldprobleme hat, weswegen ihm das Angebot
seines Freundes Jake Wise (James Woods) gerade recht kommt: Er soll sich
auf den Weg nach Mexiko machen und dort seine Freundin Jessie Wyler (Rachel
Ward) aufspüren, die offenbar mit 50.000 Dollar durchgebrannt ist. Dass sie
außerdem die Tochter eines reichen Immobilienunternehmers, dem das Footballteam
Los Angeles Outlaws, in dem Brogan spielt, gehört, verleiht der Sache
eine besonders pikante Note. Die Suche führt ihn in den mexikanischen
Dschungeln auf die Insel Cozumel, wo er die Vermisste findet und sich in sie
verliebt. Es entwickelt sich eine Beziehung und Brogan beschließt, seinem
Auftraggeber nichts von ihrem Aufenthaltsort zu verraten. Doch nach ein paar
Wochen verschwindet Jessie plötzlich und geht zurück nach Los Angeles. Terry folgt
ihrer Spur und macht sich auf die Suche nach Antworten, während Jessies Mutter,
die steinreiche Mrs. Wyler (Jane Greer) und deren Anwalt Ben Caxton (Richard
Widmark) gerade dabei sind, eine Luxus-Wohngegend im Canyon zu bauen…
Kritik:
Auch wenn Drehbuchautor Eric Hughes („White Nights
– Die Nacht der Entscheidung“) einige stimmige Änderungen am Drehbuch
gegenüber des Tourneur-Film-noir vorgenommen hat, bleibt die düstere
Atmosphäre der Geschichte auch in „Gegen jede Chance“ erhalten. Der Film
wird in erster Linie von der vorbelasteten Freundschaft zwischen dem alternden
Football-Star Terry und dem zwielichtigen Geschäftsmann Jake geprägt, wobei
erst nach und nach offengelegt wird, in welche Machenschaften Jake wirklich
involviert ist, was durch die Nebenhandlung rund um das Bauvorhaben von Jessies
Mutter und ihrem Anwalt lange Zeit verschleiert wird. Überhaupt sorgen die
nicht ausgereift eingebauten Nebenplots – wie die von Terrys ungewisser Zukunft
beim Football – immer wieder dafür, den eigentlichen Fokus zu vernachlässigen.
Für die sinnliche Komponente sorgt auf jeden Fall die leidenschaftliche Affäre zwischen
Terry und der attraktiven, aber unselbständigen Jessie. Sowohl Jeff Bridges
(„König der Fischer“, „The Big Lebowski“) als auch Rachel Ward („After
Dark, My Sweet“, „Tote tragen keine Karos“) überzeugen als getriebene
Charaktere, die sich für ein paar unbeschwerte Wochen einander hingeben, um
dann wieder mit der harten Realität illegaler Machenschaften in ihrer Umwelt konfrontiert
zu werden. Abgesehen vom übermäßig komplexen Drehbuch bietet „Gegen jede
Chance“ beste Neo-Noir-Unterhaltung mit einem tollen Cast.
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