1983 schien das Jahr der Hollywood-Remakes von Klassikern
der französischen Nouvelle Vague zu sein. Während „Atemlos“, Jim
McBrides Adaption von Jean-Luc Godards „Außer Atem“ (1960),
aber wenigstens mit modernem Sex-Appeal und schwülstiger Atmosphäre punkten
konnte, fehlt Blake Edwards' Remake von François Truffauts „Der
Mann, der die Frauen liebte“ (1977) trotz hochkarätiger Besetzung jeder
Esprit. Dass „Frauen waren sein Hobby“ bei Publikum und Kritiker
durchfiel, lag jedenfalls nicht an Burt Reynolds, Julie Christie und Kim
Basinger, sondern an dem schwachen Drehbuch und der ideenlosen
Inszenierung.
Inhalt:
Zur Beerdigung des Bildhauers David Fowler (Burt Reynolds),
bei der unzählige Frauen anwesend sind, erinnert sich seine Psychiaterin
Marianna (Julie Andrews) an die Therapiestunden, die sie mit David erlebt
hatte. Sein Problem bestand darin, dass er besessen von schönen Beinen gewesen
ist, denen er unermüdlich nachjagte, bis er die Frau in sein Bett bekam. Zu den
längeren Affären zählte Louise Carr (Kim Basinger), die Frau eines
Ölmillionärs, die er in Houston am Rande einer Kunstausstellung kennenlernte
und die ihn gleich ins eheliche Penthouse zog, um mit ihm innerhalb von 15 Minuten
zu schlafen. So lange würde ihr Mann brauchen, um ihre Abwesenheit zu bemerken
und sie suchen zu gehen. Auch bei ihren weiteren Treffen liebte Louise das
Risiko, was allerdings auch dazu führte, dass David im Wandschrank, in dem sie
ihn verstecken musste, mit Leim beschmiert wurde, worauf eine Hand an seinem
Mund, die andere am kleinen Hund der Carrs kleben blieb. Schließlich kommen
sich auch Marianna und David näher…
Kritik:
Dem Charme von Truffauts origineller Vorlage hat Blake
Edwards („Peter Gunn“, „Sunset – Dämmerung in Hollywood“), der auch
am Drehbuch des Remakes mitschrieb, wirklich nichts hinzuzufügen noch
entgegenzusetzen. „Frauen waren sein Hobby“ beschränkt sich schlicht in
der Aufzählung von David Fowlers Faszination für Frauen(beine) und den daraus
entwickelten Affären mit ihren kleinen und großen Komplikationen. Die von
Marianna rekapitulierten Therapiesitzungen täuschen dabei eine Ernsthaftigkeit
vor, die der übrige Plot nicht fortsetzt. Stattdessen setzt Edwards auf
billigen Klamauk und unterfordert damit sowohl die Schauspieler als auch das
Publikum. Die vorhersehbare Handlung ist zudem äußerst konventionell inszeniert
und wartet nicht mal mit erotischem Flair auf, so dass „Frauen waren sein Hobby“
ein schlicht sinnloses Remake und ein dunkler Fleck in Edwards
Werksbiografie bleibt.
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