Dog Eat Dog

Das künstlerische Debakel ihres von den Produzenten bis zur Unkenntlichkeit zerstückelten CIA-Thrillers „Dying Of The Light - Jede Minute zählt“ (2014) schnell wieder wettzumachen, entschlossen sich Regisseur Paul Schrader („Katzenmenschen“, „Der Gejagte“) und sein durch unzählige miese Direct-to-Video-Produktionen ausgebrannt wirkende Nicolas Cage („Con Air“, „Bringing Out the Dead“), einen weiteren Film gemeinsam zu realisieren – diesmal aber ohne Kompromisse. „Dog Eat Dog“ (2016) schneidet im Vergleich zu ihrer vorherigen Zusammenarbeit sichtlich besser ab, was aber auch den Schauspielkollegen von Nicolas Cage zu verdanken ist – Willem Dafoe und Christopher Matthew Cook.

Inhalt:

Nach seiner Haftentlassung nimmt Troy (Nicolas Cage) gemeinsam mit seinen Ex-Sträflingskumpels Diesel (Christopher Matthew Cook) und Mad Dog (Willem Dafoe) in Cleveland einen Auftrag des lokalen Mafiabosses Grecco The Greek (Paul Schrader) an. Das Trio soll das einjährige Baby des Konkurrenten Mike Brennan (Louis Perez) entführen, der Grecco noch mehrere Millionen Dollar schuldet, um so ein saftiges Lösegeld erpressen zu können. Für die alten Gefängnis-Kumpels bietet sich dadurch die Chance, dem kriminellen Leben Adieu zu sagen und sich zur Ruhe setzen zu können. Zwar verfügt das Trio auch über genügend schwere Waffen, aber nicht den entsprechenden Hirnschmalz. Dass sich Mad Dog seine Birne immer wieder mit allerlei Drogen zudröhnt, erweist sich beim geplanten Coup als entscheidendes Handicap, denn der schießwütige Mad Dog pustet versehentlich dem Babyvater den Kopf von den Schultern, so dass das Lösegeld nicht mehr von ihm bezahlt werden kann. Statt sich aber souverän aus der Affäre zu ziehen, reiten sich Troy, Diesel und Mad Dog nur noch tiefer in die Scheiße…

Kritik:

Wenn Willem Dafoe bereits in der Eingangssequenz mit Heroin zudröhnt, macht Schrader auch in visueller Hinsicht klar, dass hier nicht konventionelle Thriller-Kost geboten wird. Stattdessen versammelt er eine Handvoll Neulinge hinter der Kamera und für die Produktion, um eine wilde Geschichte durchgeknallter Ex-Knackis zu erzählen, die ihren großen Coup, mit dem sie von der Bühne treten wollen, so richtig versauen. Schrader würzt seinen unkonventionellen Thriller mit brutaler Gewalt und witzigen Dialogen, so dass man sich gelegentlich in einem Frühwerk von Quentin Tarantino, Abel Ferrara oder Guy Ritchie wiederzufinden scheint. Da keiner der drei Knastkumpels besonders sympathisch ist, sind es die absurden Fehltritte und abgefahrenen Dialoge, die für den Unterhaltungswert von „Dog Eat Dog“ sorgen. Dabei knüpft nicht nur Nicolas Cage wieder an alte Hochzeiten an, sondern gerade Willem Dafoe („Leben und Sterben in L.A.“, „Wild at Heart“) macht als durchgeknallter Drogenfreak eine gute Figur. Der noch unbekannte Christopher Matthew Cook („Renfield“, „Fast Charlie“) komplettiert eine gut aufgelegte Crew in einem Film, der kaum Sinn, aber einfach Spaß macht.

Kommentare

Beliebte Posts