Der Schädel des Marquis de Sade

Seit seinem 1960 legendär von Suspense-Meister Alfred Hitchcock verfilmten Roman „Psycho“, haben Filmemacher in den darauffolgenden Jahren immer wieder Stoffe aus der Feder von Robert Bloch verfilmt, der auch eigene Drehbücher („Immer Punkt 7“, „Die Zwangsjacke“, „Er kam nur nachts“) verfasste. Seine von Freddie Francis („Frankensteins Ungeheuer“, „Die Todeskarten des Dr. Schreck“) verfilmte Story „Der Schädel des Marquis de Sade“ (1965) ist nur wegen der Horror-Stars Peter Cushing und Christopher Lee interessant.

Inhalt:

Frankreich, Mitte der 1810er Jahre. Der ausgewiesene Phrenologe Pierre (Maurice Good) schleicht eines Nachts auf den Friedhof, um den Kopf des legendären Marquis de Sade auszugraben. Daheim kocht er diesen aus, um nur noch den Schädel in den Händen zu halten, dem er magische Kräfte zuschreibt. Ehe er sein grausiges Werk beenden kann, wird er brutal umgebracht.
Anderthalb Jahrhunderte später in London bietet der skrupellose Trödelhändler Anthony Marco (Patrick Wymark) den Schädel Christopher Maitland (Peter Cushing) an, einem bekannten Sammler skurriler Gegenstände und Autor okkulter Themen. Maitland erfährt, dass Marco das begehrte Objekt von Sir Matthew Phillips (Christopher Lee) gestohlen hat, einem Freund Maitlands und wie dieser ein Sammler eigenartiger Artefakte. Sir Matthew ist über den Verlust des Schädels nicht sonderlich betrübt, schreibt er dem verfluchten Haupt de Sades doch ebenfalls magische Kräfte zu, die schon fast einem Fluch gleichkommen.
Und so warnt er Christopher Maitland vor dessen Besitz und den Kräften des Bösen, die von ihm ausgehen würden. Der Fluch des Schädels trifft denn auch prompt seinen illegitimen Vorbesitzer, den Dieb Marco, der in seiner schäbigen Unterkunft unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Maitland, der ihn wegen des Verkaufsgesprächs gerade besuchen wollte, findet Marcos Leichnam und nimmt den Schädel an sich…

Kritik:

Man nehme eine berühmte Persönlichkeit, die für ihre literarisch inszenierten Sadismus bekannt geworden ist, überträgt die dämonischen Charaktereigenschaften auf den Schädel der verstorbenen Berühmtheit und lässt diesen munter Flüche auf die wechselnden Besitzer wirken. So dünn die Story schon ist, so ideenlos kommt auch Freddie Francis‘ Inszenierung daher, die wenigstens atmosphärisch das Interesse an okkulten Gegenständen wunderbar einfängt. Das Arbeitszimmer von Christopher Maitland bietet hier wahrlich einen feinen Augenschmaus, lenkt aber nur unzureichend von der schwachen Geschichte ab. Wären nicht die legendären Stars der Hammer Studios, Peter Cushing und Christopher Lee, mit am Start, wäre diese Gruselmär zurecht gänzlich in der Versenkung verschwunden. Fans der beiden befreundeten Horror-Ikonen werden sicher ihre Freude an „Der Schädel des Marquis de Sade“ haben, davon abgesehen langweilt der Gothic Horror nur.

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