Timecop
Für Freunde des Action-Kinos waren die 1980er und 1990er
Jahre das Goldene Zeitalter, durften sie sich doch regelmäßig über neue
Streifen ihrer Helden Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Bruce
Willis, Steven Seagal und Jean-Claude Van Damme freuen. Das führte nicht
immer zu Blockbustern wie „Terminator“, „Stirb langsam“ oder „Rambo“,
sondern brachte gerade in Bezug auf die beiden letztgenannten Action-Stars auch
viel Trash zutage. Irgendwo im Mittelfeld bewegt sich Peter Hyams‘
Adaption des 1992 veröffentlichten Comics „Timecop“ von Mike
Richardson und Mark Verheiden aus dem Jahr 1994. Hyams
hatte bereits mit „Unternehmen Capricorn“ (1978), „Outland – Planet der
Verdammten“ (1981) und „2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnahmen“
(1984) sein Talent für Science-Fiction-Stoffe unter Beweis gestellt und
lieferte mit „Timecop“ zumindest ein solides Werk ab, in dem der Belgier
vor allem seine Kampfkünste demonstrieren durfte.
Inhalt:
Um kriminelle Handlungen zu verhindern bzw. zu ahnden, die
im Zusammenhang mit Zeitreisen begangen werden, wird auf Anraten der CIA eine so
genannte „Time Enforcement Commission“ (TEC) gegründet, die die Delinquenten
aufspürt, ihre Handlungen rückgängig macht und die unbeeinflussten Zeitabläufe
wiederherstellt. Als Leiter der Kontrollkommission des Senats für verdeckte
Operationen meldet sich der US-Senator Aaron McComb (Ron Silver).
2004 ist der ehemalige Polizist Max Walker (Jean-Claude
Van Damme) einer der TEC-Agenten. Dieser verlor 1994 durch einen Anschlag in
seinem Haus seine Frau Melissa (Mia Sara). Als Walker in die Zeit der Weltwirtschaftskrise
zurückreist, um seinem korrupten TEC-Kollegen Lyle Atwood das Handwerk zu
legen, der billig Ölaktien kauft, von denen er weiß, dass sie in Zukunft mächtig
an Wert zulegen, gesteht Atwood Walker, dass dies im Auftrag des Senators
McComb geschieht, der auf diese Weise den Wahlkampf für seine
Präsidentschafts-Kandidatur finanzieren will. Aus Angst vor Repressalien
gegenüber seiner Familie weigert sich Atwood, gegen McComb auszusagen, und wird
dafür mit dem Tod bestraft. Durch den Tod von Atwood fehlen McComb die
Geldmittel und er geht selbst auf Zeitreise, um eine geschäftliche
Fehlentscheidung zu korrigieren. Mit seiner neuen Partnerin Sarah Fielding (Gloria
Reuben) gelingt es Walker, McComb in Gewahrsam zu nehmen. Doch Fielding
arbeitet in Wahrheit ebenfalls für McComb. Im Kampf werden mitgereiste
Handlanger von McComb getötet und Fielding schwer verletzt. Im Jahr 2004 hat
sich durch dieses Ereignis alles geändert; die TEC wird gerade aufgelöst. Der
zurückgekehrte Walker schafft es trotzdem, seinen Chef (Bruce McGill) zu
überzeugen, ihn mittels einer Zeitmaschine, der Pilotanlage, die McComb
benutzte, nochmals zurückschicken…
Kritik:
Um es gleich vorwegzunehmen: Der Plot ist absolut hanebüchen
und lässt jede ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Zeitreisen zur Farce
werden. Bleiben also nur der Look, die Darsteller und die Action. In dieser Hinsicht
schlägt sich „Timecop“ durchaus wacker. Hyams versteht es
überzeugend, wenigstens den Sprung durch die Zeiten glaubwürdig darzustellen
und vor allem den Blick in die Zukunft von 2004 interessant zu gestalten. Im
Vordergrund steht allerdings Van Dammes Action-Szenen, die meist ohne
großes Geballer auskommen und stattdessen auf intensiven Nahkampf setzen. Da
fällt die Lovestory mit seiner Frau Melissa fast schon unter den Tisch. Um hier
zu punkten, streut Hyams eine nette Sex-Szene ein, darüber hinaus bleibt
Mia Sara („Legende“, „Ferris macht blau“) leider recht blass.
Dafür dürfen Bruce McGill („Insider“, „Gesetz der Rache“) als
TEC-Chef und vor allem Ron Silver („Blue Steel“, „Die Affäre der
Sunny von B.“) als skrupelloser Bösewicht schauspielerische Glanzpunkte in
einem Science-Fiction-Action-Thriller setzen, der überwiegend durch seinen schicken
Look und die satte Action glänzt, wohingegen die Story kompletter Müll ist.




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