Paris Blues

Wer auf coolen Jazz steht, kommt an „Paris Blues“ (1961) nicht vorbei. Meisterregisseur Martin Ritt („Der Wildeste unter Tausend“, „Der Spion, der aus der Kälte kam“) verfilmte den gleichnamigen Roman von Walter Bernstein und Harold Flender nicht nur mit dem Hollywood-Stars Paul Newman (mit seiner Ehefrau Joanne Woodward) und Sidney Poitier in den Hauptrollen, sondern ließ das in Schwarzweiß gedrehte musikalische Beziehungsdrama auch mit einem Oscar-nominierten Score von Jazz-Legende Duke Ellington („Anatomie eines Mordes“) vertonen und verschaffte dem legendären Jazz-Trompeter Louis Armstrong eine prominente Nebenrolle.

Inhalt:

Die amerikanischen Jazzmusiker Ram Bowen (Paul Newman) Eddie Cook (Sidney Poitier) leben in Paris, wo Eddie den rassistischen Anfeindungen in seiner Heimat entgehen und Ram seine Karriere als Komponist in Gang bringen möchte. Ihre Liebe zu Paris wird auf die Probe gestellt, als sie sich in die Amerikanerinnen Connie Lampson (Diahann Carroll) und Lillian Corning (Joanne Woodward) verlieben, die für zwei Wochen Urlaub in der Stadt der Liebe machen wollen. Während die dunkelhäutige Connie es relativ leicht zu haben scheint, Eddie zurück in die USA zu führen, reagiert Ram eher verhalten auf die Avancen seiner Urlaubsbekanntschaft…

Kritik:

Dass die Musik in „Paris Blues“ eindeutig im Vordergrund steht, macht Regisseur Martin Ritt schon in den ersten Szenen klar, wenn Ram seinem schwarzen Freund auf der Posaune seine neueste Komposition in dem Keller-Club vorspielt, in dem sie auch Abend für Abend mit ihrer Band für ausgelassene Stimmung sorgen. Dieser Auftakt macht den Zuschauer auch gleich mit den Selbstzweifeln vertraut, die Paul Newmans Figur bei der Einschätzung seiner eigenen Fähigkeiten befallen und die er schwerlich ablegen kann. Um den musikalischen Darbietungen eine Geschichte zugrunde zu legen, kommen die beiden amerikanischen Touristinnen ins Spiel, mit denen die Musiker durch Paris spazieren und Gespräche über eine mögliche Zukunft führen. Doch bevor diese allzu sehr in die Tiefe gehen, wird wieder Musik im Club gemacht, getanzt und gefeiert. Es ist die große Stärke von „Paris Blues“, dass der Film wunderbar die Atmosphäre des Jazz einfängt, vor allem, wenn der großartige Louis Armstrong alle Anwesenden bei einem spontanen Cutting contest mit seinem Spiel in Ekstase versetzt und die Musiker auf der Bühne zu Höchstleistungen animiert. Das führt allerdings auch dazu, dass der Film etwas unentschlossen zwischen Melodram und Musikrevue wirkt. Der exquisite Cast, die stimmungsvollen Bilder und die coole Musik machen „Paris Blue“ aber so oder so zum Pflichtprogramm für Jazz-Liebhaber.

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