Unter namhaften Regisseuren wie Roger Corman, John
Sturges, Sergio Leone, Don Siegel und Michael Winner
avancierte Charles Bronson seit den späten 1950er Jahren allmählich zu
einem Star in Western- und Action-Filmen, bis er durch seine ikonische Rolle in
Michael Winners Rachethriller „Death Wish - Ein Mann sieht rot“
(1974) auf die Rolle des einsamen Rächers abonniert war. Davon hatte Bronson
verständlicherweise nach dem vierten „Death Wish“-Film „Das Weiße im
Auge“ (1987) allmählich genug und war entsprechend dankbar, dass ihm Regisseur
J. Lee Thompson, mit dem Bronson zuvor bereits etliche Filme („Der
weiße Büffel“, „Ein Mann wie Dynamit“, „Murphys Gesetz“) realisiert hatte,
ihm die Gelegenheit bot, in „Das Gesetz ist der Tod“ (1988) in die Rolle
eines investigativen Journalisten zu schlüpfen.
Inhalt:
Ein grausames Massaker an einer Mormonenfamilie, dem alle
drei Frauen und Kinder zum Opfer fallen, bringt Polizeichef Barney Doyle (Daniel
Benzali) und Zeitungsreporter Garret Smith (Charles Bronson) auf den
Plan. Da Doyle als neuer Bürgermeister von Denver kandidieren möchte, will er
diesen Mord schnell aufgeklärt haben. Das Bild des heimgekehrten Hausherrn
Orville Beecham (Charles Dierkop), der schluchzend Gott um den Schutz
seiner getöteten Familie anruft, lässt Smith nicht los, weshalb er mit seiner
ebenfalls bei der „Denver Tribune“ arbeitenden Lebensgefährtin Josephine
Fabrizio (Marilyn Hassett) weitere Nachforschungen anstellt.
Doch das ist angesichts der Außenstehenden gegenüber naturgemäß argwöhnischen
Mormonen gar nicht so leicht. Doyle lässt zunächst Orville als vermeintlich
offensichtlichen Tatverdächtigen verhaften, der aber mit niemanden über die Sache
sprechen will, sich dann aber doch Smith anvertraut und Verdächtigungen gegen
seinen eigenen Vater, den sektenähnlichen Prediger Willis (Jeff Corey) ausspricht
– der die Urheberschaft der Morde aber seinerseits in Richtung des
ausgestoßenen Sohnes Zena (John Ireland) schiebt. So beschwören sie einen
Familienkrieg in bester Westerntradition in den Bergen Colorados herauf.
Zusammen mit Jastra (Trish Van Devere), der Verlegerin einer
Provinzzeitung in der Nähe von Zenas‘ Farm, versucht Smith den blutigen
Konflikt vermittelnd zu verhindern und den wahren Drahtzieher hinter dem Mord
aufzudecken. Dabei gerät er selbst ins Visier der skrupellosen Attentäter…
Kritik:
Nach dem Roman „The Avenging Angel“ von Rex Burns
inszenierte der routinierte Genre-Spezialist J. Lee Thompson einen
geradlinigen, wenn auch sehr vorhersehbaren Thriller. Dass es bei dem unvorstellbar
brutalen Massaker an einer Mormonen-Familie um mehr geht als religiöse Motive,
wird dem Zuschauer bereits nach wenigen Minuten klar. Thompson
interessiert sich auch wenig für das Leben und die religiösen Vorstellungen der
Mormonen. Allein die Vorstellung, dass der Tod geliebter Menschen eine wünschenswerte
Alternative zum Dasein auf der Erde sein könnte, die Vielweiberei und das
ausgeprägte Patriarchat genügen hier, um die Mormonen zu charakterisieren. Vielmehr
geht es Thompson und seinem von Charles Manson gewohnt stoisch verkörperten
Reporter um die Frage nach dem Täter, wobei sich Smith, dessen untadeliger Ruf
im ganzen Land bekannt ist, unbeirrbar bis in die unwegsamen Gefilde der Berge
in Colorado vorwagt, um die blutige Familienfehde zu beenden und den
Strippenzieher dahinter zu enttarnen. Das geschieht ohne große Finesse und
Dramatik, ohne schauspielerische Glanzlichter und überzogene Action. Die Sympathien
sind von Anfang an klar verteilt, und das unmenschliche Abschlachten von unschuldigen
Frauen und Kindern zu Beginn lässt nur zu deutlich auch beim Publikum den Sinn
nach Vergeltung erwachen. Das ungewöhnliche Setting des Plots und die souveräne
Inszenierung machen aus „Das Gesetz ist der Tod“ kein Meisterwerk, formen
aber einen respektablen Action-Thriller, der gewiss nicht zu den schlechtesten
Filmen sowohl des Regisseurs als auch des damals bereits 67-jährigen Hauptdarstellers
zählt.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen