Auch wenn der US-amerikanische Filmemacher Burt Kennedy
eher zur zweiten Hollywood-Garde zählt, hat der Sohn von Darstellern der „The
Dancing Kennedys“ einige bekannte Western inszeniert, so „Die Gewaltigen“
(1967) mit John Wayne und Kirk Douglas in den Hauptrollen und „Die
Rückkehr der glorreichen Sieben“ (1966) mit Yul Brynner. Auch sein
Western „Der gnadenlose Rächer“ (1969) punktet eher durch die prominente
Besetzung mit Robert Mitchum, Angie Dickinson und David Carradine
als durch eine interessante Story, ist aber routiniert inszeniert und gut
gespielt.
Inhalt:
Als ein Zug mit mexikanischen Soldaten an einer Kleinstadt
im Nirgendwo hält, verlässt der General mit seinem Gefolge den Zug, um einige
in der Kirche festgehaltene Männer an eine Mauer stellen und von seinen Leuten
erschießen zu lassen. Währenddessen haben sich die scheinbar unbeteiligten Jesse
Boone (David Carradine) und der junge Billy Young (Robert Walker Jr.)
vom Brunnen auf den Wagen mit den Pferden geschlichen und töten den General und
seine Adjutanten, als sie wieder Platz in ihrem Zugabteil genommen haben. Bei
der anschließenden Flucht werden Jesse und Billy getrennt, wobei Billy am Fluss
erstmals die Bekanntschaft mit dem alternden Marshal Ben Kane (Robert
Mitchum) macht, der auf dem Weg nach New Mexico ist, um Steuerschulden
einzutreiben, doch sein eigentlicher Antrieb ist privater Natur. In Lordsburg
ist nämlich sein Sohn erschossen worden, dessen Tod er endlich rächen will. So wird
er in der Stadt nicht nur John Behan (Jack Kelly) und Jesse Boones Vater
Frank (John Anderson) erwartet, sondern auch von der attraktiven Saloon-Sängerin
Lily Beloit (Angie Dickinson). Und auch mit dem jungen Billy gibt es ein
Wiedersehen. Wenn Behan versucht, Kane aus dem Spiel zu nehmen, ist Billy an
Kanes Seite…
Kritik:
Nachdem Burt Kennedy zuvor Westernkomödie „Auch
ein Sheriff braucht mal Hilfe“ mit James Garner in der Hauptrolle
inszeniert hatte, versuchte er sich auch bei „Young Billy Young“ – so der
treffendere Originaltitel – an einem humorvolleren Ton, doch bekommt der Plot
dadurch nicht den rechten Schwung, um überzeugen zu können. Der Film scheint
sich nicht recht entscheiden zu können, zu welchem Grad er die offensichtlichen
Italo-Western-Elemente einfließen lassen soll, denn dessen Härte verträgt sich
nicht mit der romantischen Geschichte, die sich zwischen Kane und Lily anbahnt.
Also hat Kennedy die Gewalttätigkeit heruntergeschraubt, doch verliert
die Story so den Biss, um die Rachegeschichte glaubwürdig voranzutreiben. Am
Ende ist es das markige Spiel von Robert Mitchum („Ein Köder für die
Bestie“, „Die Nacht des Jägers“) und das belebende Element, das Robert
Walker Jr. („Easy Rider“, „Operation Pazifik“) als Kanes Wegbegleiter
einbringt, was „Der gnadenloser Rächer“ bestehen lässt.
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