Grüße aus Hollywood

Mit seiner nicht unumstrittenen Kriegssatire „Catch-22“ (1970) entlarvte Mike Nichols einst die Kriegstreiberei als bloße Geschäftemacherei. Zwanzig Jahre später blickte er mit „Grüße aus Hollywood“ hinter die Kulissen der Traumfabrik Hollywood und verarbeitete damit den autobiografischen Roman der Hollywood-Schauspielerin Carrie Fisher („Star Wars – Krieg der Sterne“, „Family Guy“, „Maps to the Stars“).

Inhalt:

Die erfolgreiche Schauspielerin Suzanne Vale (Meryl Streep) verpatzt einmal mehr eine Szene in dem neuen Film von Lowell Kolchek (Gene Hackman), der ihr wegen ihrer Drogensucht anschließend deutlich die Leviten liest. Wenig später wird sie nach einer Überdosis von ihrem Freund Jack Faulkner (Dennis Quaid) in die Notaufnahme eines Krankenhauses gebracht und darf sich von Dr. Frankenthal (Richard Dreyfuss) den Magen auspumpen lassen. Nach einer erfolgreichen Therapie wird sie entlassen, doch ihren Job kann sie aufgrund von Versicherungsvorschriften nur fortführen, wenn sie sich in die Obhut ihrer Mutter Doris (Shirley MacLaine) begibt, die als ehemaliger Musical-Star selbst unter Alkoholproblemen leidet und stets ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Tochter hatte. Trotzdem raufen sich die beiden Frauen zusammen und ermöglichen Suzanne die Fortsetzung ihrer Arbeit an Kolcheks Film…

Kritik:

Auch wenn die 2016 verstorbene Carrie Fisher nie die Popularität der Oscar-Preisträgerinnen Meryl Streep („Kramer gegen Kramer“, „Sophies Entscheidung“, „Die Eiserne Lady“) und Shirley MacLaine („Zeit der Zärtlichkeit“) erreicht hat, hat sie die Spielregeln in Hollywood während ihrer mehr als 50-jährigen Karriere doch genügend zur Kenntnis nehmen dürfen. „Grüße aus Hollywood“ stellt allerdings keine bitterböse Abrechnung mit dem Studiosystem dar, sondern verwendet die Arbeit hinter den Kulissen einer Hollywood-Produktion für eine Auseinandersetzung mit der Gefahr von Depressionen und Drogenmissbrauch auf der einen, vor allem aber für eine gefühlvoll inszenierte und großartig gespielte Mutter-Tochter-Beziehung, die am Ehrgeiz im Show-Business ihren Schaden genommen hat. Das pointierte Drehbuch, für das Carrie Fisher ebenfalls verantwortlich zeichnete, die beiden entfesselt aufspielenden Hauptdarstellerinnen und vor allem Michael Ballhaus‘ („Die fabelhaften Baker Boys“, „Zeit der Unschuld“) stilsichere Kameraarbeit machen Mike Nichols‘ Film zu einem sehenswerten Film.

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