Der französische Schriftsteller Auguste Le Breton (1913-1999)
hat eine Vielzahl von Krimis geschrieben, die sich vor allem akribisch mit der Unterwelt
seiner Heimat auseinandergesetzt hat. Zu seinen verfilmten Werken zählen neben
dem weithin bekannten „Riffifi“ (1955), „Die Nacht bricht an“ (1957)
und „Der Boss von Paris“ (1966) auch „Razzia in Paris“ (1955) mit
Jean Gabin und Lino Ventura in den Hauptrollen.
Inhalt:
Um die Unstimmigkeiten in seiner Organisation zu bekämpfen,
lässt der französische Drogenbaron Paul Liski (Marcel Dalio) den welterfahrenen
Henri Ferré (Jean Gabin) aus New York nach Paris einfliegen. Die Polizei
hängt sich gleich am Flughafen an seine Fersen und verfolgt ihn bis ins Hotel
Napoleon, von wo dieser aber unbehelligt zu Liski gelangt, der ihm
auseinandersetzt, dass er für sein hiesiges Drogenkartell einen neuen Geschäftsführer
benötigt, nachdem Ferrés Vorgänger Le Bosco zu mächtig und zu gierig geworden
war. Um die daraus resultierenden Revierkämpfe und die eingekehrte laxe Haltung
zu unterbinden, soll Ferré mit seiner berüchtigten harten Hand für Ordnung
sorgen. Dazu bekommt er mit dem Troquet seinen eigenen Club. Dort trifft
er sich wenig später mit Roger le Catalan (Lino Ventura) und Bibi (Albert
Remy), die ihm beim „Aufräumen“ zur Hand gehen…
Kritik:
Der Ringer-Europameister Lino Ventura feierte gerade erst in
„Wenn es Nacht wird Paris“ (1954) an der Seite von Jean Gabin
sein Schauspieldebüt, da hat der produktive Autor und Regisseur Henri Decoin
(„Der Weg zur Hölle“, „Zwischen 11 und Mitternacht“) die beiden für die Verfilmung
des Le-Breton-Romans „Razzia sur la chnouf“ erneut vor der Kamera
vereint. „Razzia in Paris“ überzeugt vor allem in der stimmig eingefangenen
Unterwelts-Atmosphäre, die sowohl die Angst einfacher Handlanger vor dem
Gefängnis einfängt als auch die rauen Methoden der beiden Schlägertypen le
Catalan und Bibi, um Liskis Revier abzustecken. Die nächtlichen Ausflüge fangen
Decoin und sein Kameramann Pierre Montazel („Straßensperre“, „Wenn es Nacht wird in Paris“) mit
kontrastreichen Schwarzweiß-Bildern ein. Die Handlung bleibt dabei geradlinig
und unspektakulär. Die Festnahmen der Besucher in Ferrés Club zählen ebenso wie
die Ausschaltung unliebsamer Elemente schon zu den Höhepunkten des Plots, der
unnötigerweise noch durch eine unglaubwürdige Liebschaft des reifen Ferrés mit
der 22-jährigen Kellnerin Lisette aufgepeppt wird. Für Noir-Freunde kein Muss,
aber sehenswert.
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