Die zweifach Oscar-prämierte Schauspiel-Legende Robert De
Niro („Der Pate 2“, „Wie ein wilder Stier“) zählt zu den größten
noch lebenden Hollywood-Stars. Dass De Niro auch ein hervorragender
Regisseur sein kann, wird dabei oft übersehen. Allerdings ist er in dieser Funktion
auch erst zweimal in Erscheinung getreten. Sein Regiedebüt „In den Straßen
der Bronx“ (1993) – 2006 folgte noch „Der gute Hirte“ – stellt eine
Verfilmung eines Theaterstücks seines Kollegen Chazz Palminteri dar, der
auch das Drehbuch schrieb und neben De Niro eine der Hauptrollen
verkörpert.
Inhalt:
Der siebzehnjährige Calogero (Lillo Brancato Jr.)
wächst in den 1960er Jahren in Belmont auf, einem Teil der New Yorker Bronx,
der fest in der Hand italienischer Einwanderer ist. Der Sohn des Busfahrers Lorenzo
(Robert De Niro) und dessen Frau Rosina (Katherine Narducci) hat
schon als kleiner Junge seinen Vater auf seinen täglichen Touren nach Long
Island begleitet und mit seinen Freunden die Gangster nachgeahmt, die im
Viertel das Sagen haben. Seit er eines Tages beobachtet hatte, wie der von
allen gleichermaßen gefürchtete wie bewunderte Gangsterboss Sonny (Chazz
Palminteri) auf offener Straße jemanden erschoss, und ihn anschließend
nicht bei der Polizei verpfiff, hat ihn Sonny unter seine Fittiche genommen –
sehr zum Ärger seines hart arbeitenden, aber nahezu mittellosen Vaters, der mit
den Mafiosi nichts zu tun haben möchte. Mit lukrativen Nebenjobs steigert Calogero
nicht nur seinen Wohlstand, sondern auch sein Selbstwertgefühl, betrachtet
Sonny mittlerweile wie eine Vaterfigur. Mit der Zeit steigt Calogero dann in
Sonnys engen Kreis auf, schwänzt die Schule und verbringt jede freie Minute im
Café an der Straßenecke. Als er die Bekanntschaft seiner Mitschülerin Jane (Taral
Hicks) macht, ist es für ihn Liebe auf den ersten Blick und auch die junge
Frau scheint sehr angetan von ihm. Doch die Tatsache, dass sie eine
Afroamerikanerin ist, macht ihre Beziehung in den Augen ihrer Umwelt schier
unmöglich, denn die Schwarzen und die Italiener hassen sich bis aufs Blut…
Kritik:
„A Bronx Tale“ – so der Originaltitel - basiert auf
dem gleichnamigen Theaterstück des Autors und Schauspielers Chazz Palminteri
(„Die üblichen Verdächtigen“, „Nach eigenen Regeln“), der sein Drama bereits
mit großem Erfolg auf den New Yorker Bühnen präsentieren durfte, das wiederum
von der Kindheit und Jugend Palminteris inspiriert wurde, die er in der
Bronx verlebte und während der er wirklich einmal Zeuge eines Mordes wurde. Auch
wenn das Stück und De Niros Verfilmung ein Stück weit ein
Coming-of-Age-Drama darstellt, erzählt die sorgfältig inszenierte Geschichte vor
allem vom Leben in der Bronx, vom herrschenden Rassismus und auch den Werten wie
Ehre, Loyalität und Redlichkeit. Gerade das Dilemma, zwischen zwei so prägenden
wie unterschiedlichen Vaterfiguren aufzuwachsen, macht „In den Straßen der
Bronx“ so interessant und geht damit über die sonstigen Mafiafilme hinaus. De
Niro legte viel Wert auf die authentische Ausstattung und versah sein
Regiedebüt mit einem mitreißenden Soundtrack. Einzig das sehr gediegene Erzähltempo,
doch die wunderbaren Darsteller und der resolute Ton der Geschichte machen das
Drama äußerst sehenswert.
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