Mal kurz, mal lockig

 Bevor sich der Brite Mike Leigh mit Filmen wie „Hohe Erwartungen“ (1988), „Das Leben ist süß“ (1990), „Nackt“ (1993) und „Lügen und Geheimnisse“ (1996) als genauer Beobachter des Lebens ganz gewöhnlicher Leute etablierte, arbeitete er an Fernsehserien wie „BBC2 Playhouse“ und „Play for Today“, dann auch an Fernsehfilmen („Meantime“, „Four Days in July“). Ebenfalls für das Fernsehen ist der 17-minütige Kurzfilm „Mal kurz, mal lockig“ (1987) entstanden.

Inhalt:

Um die junge Apothekerin-Mitarbeiterin Joy (Sylvestra Le Touzel) für sich zu gewinnen, erscheint der schlaksige Brillenträger Clive (David Thewlis) unter meist fadenscheinigen Gründen, begleitet sie nach der Arbeit schließlich bis zu ihrer Haustür und schafft es schließlich, sich durch seine witzige Art mit ihr zu verabreden. Während sich die beiden allmählich näherkommen, sucht Joy immer wieder den Damensalon der geschwätzigen Betty (Alison Steadman) auf und lässt sich von ihr immer wieder neue Frisuren machen. Zuhause erzählt die alleinerziehende Betty ihrer schüchternen Tochter Charlene (Wendy Nottingham) von ihrem Arbeitsalltag…

Kritik:

Bereits mit seinem frühen Kurzfilm „The Short & Curlies“ versteht es Mike Leigh, sein feines Gespür für das Leben einfacher Menschen auszuspielen, in diesem Fall mit einer großen Portion Humor, die vor allem David Thewlis, der spätere Remus-Lupin-Darsteller in den „Harry Potter“-Verfilmungen, mit seinen Witzen maßgeblich trägt. In den 17 Minuten gelingt es Leigh, vier ganz unterschiedliche Charaktere zu zeichnen, sie auf natürliche Weise in ihr Milieu einzubetten und durch den gebildeten Kontext zu realitätsnahen Menschen mit einem eigenwillig ausgeprägten Humor zu machen.

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