Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse

Gordon Hessler hat sich Anfang der 1960er Jahre vor allem als Produzent der Fernsehreihe „Alfred Hitchcock zeigt“ (1962-1965) einen Namen gemacht, bevor er auch als Regisseur in Aktion trat. Zu den bekannteren Werken seiner B-Movies zählt neben „Im Todesgriff der roten Maske“ (1969) und „Der Todesschrei der Hexen“ (1970) das Horror-Ikonen-Treffen von Vincent Price, Christopher Lee und Peter Cushing in „Scream and Scream Again“, in Deutschland unter dem irreführenden wie unsäglichen Titel „Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse“ veröffentlicht. Mit Norbert Jacques‘ Original-Mabuse in der von Regielegende Fritz Lang initiierten „Dr. Mabuse“-Filmreihe hat der Film natürlich nichts zu tun.

Inhalt:

Ein Mann bricht beim Joggen auf offener Straße zusammen. Als er aufwacht, offenbar in einem Krankenhaus, stellt er mit Entsetzen fest, dass ihm eines seiner Beine amputiert wurde. Doch damit nimmt das Grauen für ihn erst seinen Anfang, während in London ein geheimnisvoller Mörder eine Reihe von Frauenleichen hinterlässt, denen das gesamte Blut ausgesaugt wurde. Als er endlich durch die verdeckte Ermittlerin Sylvia (Judy Huxtable) enttarnt wird, flieht der Killer auf das Anwesen des mysteriösen Dr. Mabuse (Vincent Price), der geheime Experimente mit Leichenteilen im Auftrag des Politikers Fremont (Christopher Lee) für die britische Regierung vornimmt. Die Polizei stellt entsprechend schnell alle Ermittlungen ein, doch der Gerichtsmediziner Dr. Sorel (Christopher Matthews) kann die unheimlichen Vorkommnisse nicht auf sich beruhen lassen. Mit Sylvias Hilfe will er herausfinden, woher der Vampirmörder so übermenschliche Kraft hatte, und was die Regierung zu verheimlichen hat…

Kritik:

In „Scream and Scream Again“ will nichts so recht zusammenpassen. Da wird ein bewusstloser, in einer Art Krankenhaus regelmäßig sedierter Mann nach und nach seiner Extremitäten beraubt. Peter Cushing hat einen kurzen Auftritt als Kommandant in einer Geheimorganisation, deren Kennzeichen vor allem farblich den Uniformen der Nazis nachempfunden ist und deren Ziele eher verschwommen bleiben. Die Handlung springt vom Frauenmörder (Michael Gothard), der seine attraktiven Opfer in Clubs aufreißt und sich seiner Verhaftung durch das Abreißen seiner eigenen Hand von den Handschellen entzieht, dem sittsam auftretenden Wissenschaftler Dr. Mabuse (der im Original übrigens Dr. Browning heißt), der militärisch organisierten Geheimorganisation, den polizeilichen Ermittlungen unter Leitung von Inspektor Bellaver (Alfred Marks) und dem Regierungsbeamten Fremont hin und her, ohne dass man als Zuschauer eine Ahnung davon bekommt, worum es hier überhaupt geht. Spannung wird bei den vielen Figuren in dem unübersichtlichen Handlungsgemenge jedenfalls nicht erzeugt, gruselige Unterhaltung leider auch nicht. So sind es allein die illustren Namen Vincent Price, Christopher Lee und Peter Cushing, die überhaupt Interesse an dem Film wecken dürften, doch fällt die Leinwandzeit der Herren so kurz aus, dass sie kaum erwähnenswert erscheinen. Allein Vincent Price darf als vermeintlich verrückter Wissenschaftler noch etwas von seiner Schauspielkunst entfalten, doch das rettet das verworrene Machwerk kaum.

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