Thriller über Serienmörder hat es schon seit den Anfängen der
Filmgeschichte gegeben, von Robert Wienes „Das Cabinet des Dr.
Caligari“ (1920) und Alfred Hitchcocls „Der Mieter“ (1927)
über Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931), Douglas
Sirks „Angelockt“ (1947) und André De Toths „Das Kabinett
des Professor Bondi“ (1953) bis zu Michael Powells „Augen der
Angst“ (1960), Claude Chabrols „Der Frauenmörder von Paris“ (1962)
und John Carpenters „Halloween“ (1978). Vor allem aber Jonathan
Demmes fünffach Oscar-prämiertes Meisterwerk „Das Schweigen der Lämmer“
(1991) machte dieses Genre für Hollywood verstärkt interessant. Neben sehr
guten Genre-Beiträgen wie David Finchers „Sieben“ (1995) und Mary
Harrons „American Psycho“ (2000) tummelt sich aber viel Belangloses in
der Szene, so auch „Der Kinderflüsterer“, der immerhin mit einer
bärenstarken Besetzung – u.a. Robert De Niro, Michael Keaton und Michelle
Monaghan - aufwartet.
Inhalt:
Nach dem Tod seiner Frau zieht der Krimiautor Tom Kennedy (Adam
Scott) mit seinem acht Jahre alten Sohn Jake (Acston Luca Porto) in
die Heimatstadt seiner Frau, doch fällt es vor allem Jake schwer, sich an die
neue Umgebung zu gewöhnen. Indes ahnt Tom noch nicht, dass in der Gegend ein
Kindermörder sein Unwesen treibt und sich Detective Amanda Beck (Michelle
Monaghan) in der Not an Toms Vater Pete (Robert De Niro) wendet, der
zwar seit über zwanzig Jahren pensioniert ist, aber damals den Serien-Kindermörders
Frank Carter (Michael Keaton) festgenommen hat, dessen Vorgehensweise
erschreckende Parallelen zu den jüngsten Vorfällen aufweist. Zunächst will der
pensionierte Detective nichts von einer Zusammenarbeit wissen, doch dann gerät
auch Toms Sohn in die Fänge des sogenannten Kinderflüsterers, so dass sich Tom
Hilfesuchend an den ihm entfremdeten Vater wendet. Gemeinsam mit Detective Beck
machen sich Tom und Pete auf Spurensuche, während die Zeit für Jake spürbar
knapper wird, denn nach einer gewissen Zeit erwürgt der Kinderflüsterer seine
Opfer mit über deren Kopf gezogenen T-Shirts…
Kritik:
James Ashcrofts („The Rule of Jenny Pen“, „Coming
Home in the Dark“) Verfilmung eines Romans von Alex North folgt in
erster Linie konventionellen Mustern. Da ist ein lebenslänglich inhaftierter
Serien-Mörder, der die ermittelnden Beamten bei aktuellen Entführungsfällen
helfen soll. Doch die sehr konstruiert wirkende kaputte Beziehung zwischen dem
Krimi-Autor und seinem Vater, der einst ein genialer Detective gewesen ist,
erschwert die Zusammenarbeit, die eigentlich von der engagierten Amanda Beck
geleitet wird. Die Spannung wird letztlich über einzelne Puzzlestücke aufrechterhalten,
die den Ermittlern zugetragen werden oder die sie selbst auffinden, doch nimmt
die Entwicklung der Verbrecherjagd zunehmend unglaubwürdige Züge an, so dass
nicht mal ein prominenter, aber völlig unterforderter Cast die krude, wenn auch atmosphärisch stimmig inszenierte Story
retten kann.
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