D’Artagnans Tochter
Der 1844 veröffentlichte Roman „Die drei Musketiere“ von
Alexandre Dumas zählt zu den meistverfilmten Abenteuern der Literaturgeschichte
und erlebte vor allem in den 1990ern Jahren ein lebhaftes Revival, das von Stephen
Hereks „Die drei Musketiere“ (1993) mit Charlie
Sheen, Kiefer Sutherland, Chris O'Donnell, Oliver
Platt, Tim Curry und Rebecca De Mornay in den prominent
besetzten Hauptrollen angeführt wurde. Eine völlig neue Geschichte erzählte dagegen
„D’Artagnans Tochter“ (1994) mit den französischen Stars Philippe
Noiret und Sophie Marceau.
Inhalt:
Als Musketier kam D’Artagnan (Philippe Noiret) in
jungen Jahren zu viel Ruhm. Seine Rolle als Vater war jedoch deutlich weniger
ruhmreich, gab er doch seine uneheliche Tochter Eloïse (Sophie Marceau) in
ein Kloster ab, wo sich Nonnen an seiner Stelle um sie kümmern sollten, aber
ihre Schwierigkeiten hatten, den Wildfang zu bändigen. Die Klostervorsteherin
hilft einem vor dem Herzog von Crassac geflohenen Sklaven, der von Crassacs
Schergen verfolgt wird und schwer verletzt im Kloster Unterschlupf findet.
Crassacs Leute stürmen das Kloster, stellen den Flüchtling, schlagen ihn
bewusstlos und nehmen ihn mit. Eloïse findet einen blutverschmierten Zettel mit
einer in Versform verschlüsselten Nachricht. Dieser Kassiber wird auch von
Crassacs Leuten gesucht. Eloïse erlebt die Ermordung der Äbtissin mit und
schwört Rache an den Mördern.
Eloïse vermutet, es sei eine Verschwörung gegen den jungen
König Ludwig XIV (Stéphane Legros) im Gange. Sie verlässt das Kloster
und reist nach Paris, um ihren Vater zu treffen, der einst mit den Musketieren
dem König im Kampf gegen Richelieu beigestanden hat. Unterwegs lernt sie den
mittellosen Dichter Quentin (Nils Tavernier) kennen, der sie attraktiv
findet und fortan begleitet. Eloïse trifft in Paris ein und findet ihren Vater,
von dessen ehemaligem Ruhm nichts mehr zu erkennen ist; der Musketier ist alt
geworden. D’Artagnan will seine Tochter am liebsten wieder in einem Kloster
unterbringen. Eloïse jedoch durchkreuzt seine Pläne unter anderem, indem sie
bei einer Audienz des Königs erscheint, um die geheimnisvolle Botschaft mit
Kardinal Mazarin (Gigi Proietti) zu diskutieren. Der Kardinal ist jedoch
nach wie vor intrigant, versucht die Botschaft für seine Belange zu benutzen
und Eloïse auszuschalten. Auch der Musketier Athos (Jean-Luc Bideau),
den D’Artagnan für tot hält, steht in Wirklichkeit jetzt im Dienst des
Kardinals. Währenddessen ruft D’Artagnan seine alten Kompagnons Porthos (Raoul
Billerey) und Aramis (Sami Frey) zusammen, um an der Seite Eloïses
gegen die Intrigen Crassacs und des Kardinals für den König zu kämpfen und die
Ungnade, in die die alten Musketiere gefallen waren, wieder rückgängig zu
machen.
Kritik:
Bertrand Tavernier („Der Saustall“, „Ein Sonntag
auf dem Lande“), der den Regie-Job von Riccardo Freda übernommen hatte,
schuf mit „D’Artagnans Tochter“ eine turbulente
Mantel-und-Degen-Komödie, die trotz der sehr aufgebauschten Handlung vor allem
aus dem Zusammenspiel von Philippe Noiret und Sophie Marceau lebt.
Die Versuche, den verborgenen Sinn der Verse auf dem blutverschmierten Zettel zu
entschlüsseln, dient dabei als klassischer MacGuffin, der die Intrigen des
Kardinals und seiner Verbündeten aufdecken soll und für nicht ganz ernst
gemeinte Gefechte sorgt, in denen sich D’Artagnans Tochter überraschend gut
behaupten kann. Die zarte Beziehung zwischen Eloïse und dem Dichter Quentin
sorgt zudem für eine nette romantische Note in einem flotten, aber auch
nichtssagenden Mantel-und-Degen-Abenteuer auf den Spuren der klassischen
Musketiere.




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