187 – Eine tödliche Zahl

Mit der Popularität der Kevin-Costner-Filmen „Fandango“, „Robin Hood – König der Diebe“ und „Waterworld“ machte sich auch Regisseur Kevin Reynolds einen Namen, doch nachdem sich die beiden Kevins während der Produktion von „Waterworld“ entzweit hatten, musste sich Reynolds neu emanzipieren. Nach der finanziellen Bruchlandung mit „Waterworld“ (1995) kehrte Reynolds zwei Jahre später mit einer weit intimeren Produktion zurück und präsentierte Samuel L. Jackson als engagierten, bald aber desillusionierten Lehrer in „187 – Eine tödliche Zahl“.

Inhalt:

Trevor Garfield (Samuel L. Jackson) ist ein idealistischer Lehrer an einer Schule in New York City, die hauptsächlich von Schwarzen besucht wird. Als er einem gewaltbereiten Schüler die Versetzung verweigert, schreibt dieser eine dreistellige Zahl in Garfields Lehrbuch: 187 - der Polizeicode für Mord. Kurz darauf wird Garfield auf dem Schulgelände brutal niedergestochen. 15 Monate später versucht Garfield nach zahlreichen Therapien einen Neuanfang als Aushilfslehrer an einer Problemschule in Los Angeles. Dort begegnet er nicht minder gewalttätigen Zuständen: Drogen, Ordnungswidrigkeiten und tätliche Angriffe sind hier an der Tagesordnung. Von der Schulleitung kann er keine Hilfe erwarten, seine einzige Verbündete ist die weiße Lehrerin Ellen Henry (Kelly Rowan), die mit ähnlichen Problemen zu tun hat. In Los Angeles scheinen die Ghetto-Kids ebenso wenig motiviert zu sein wie in New York, machen aus ihrer Verachtung für den Lehrkörper keinen Hehl. Als die Bedrohung durch die Schüler immer dramatischer wird, verschwinden die übelsten Burschen wie durch Geisterhand, bevor sie Schlimmeres anrichten können, doch damit hat Garfield den Anführer der berüchtigten K.O.S.-Gang, Sanchez (Clifton Collins Jr.) noch immer nicht aus dem verkehr gezogen…

Kritik:

Auch wenn „187 – Eine tödliche Zahl“ das Bemühen eines engagierten Lehrers, den unprivilegierten, aus prekären Verhältnissen stammenden Schülern etwas beizubringen, beiläufig mitthematisiert – beispielsweise mit der persönlichen Nachhilfe, die Garfield der Schülerin Rita (Karina Arroyave) gewährt -, geht es doch vor allem darum zu zeigen, wie der nach einem Attentat vor allem mental angeschlagene Lehrer unter den Anfeindungen seiner Umwelt allmählich vor die Hunde geht. Selbst die zarte Liaison, die sich mit seiner weißen Kollegin anbahnt, wird durch den Tod von Ellens geliebten Hund im Keim erstickt. Dass er mit seinem Auftrag, die Schüler auf das Leben vorzubereiten und ihnen einen guten Schulabschluss zu verschaffen, kläglich versagt, mag vor allem einiges über das Leben in sozialen Brennpunkten und die Unterrichtsversorgung aussagen, doch beschäftigt sich Reynolds kaum mit diesen Aspekten. Stattdessen entwickelt sich „187“ sogar zu einem Thriller, wenn der Frage nachgegangen wird, wie einer von Garfields gewaltbereiten Schülern gestorben ist und warum Sanchez einen Finger verliert. Samuel L. Jackson („Verhandlungssache“, „Unbreakable“) überzeugt zwar mit seiner kraftvollen Performance, doch wird die Wandlung seiner Figur nur sprunghaft abgebildet, was der Glaubwürdigkeit der Geschichte schadet. Dafür punktet „187“ mit einem authentisch wirkenden Setting und einem ungewöhnlichen TripHop- und Ambient-Soundtrack mit Songs von Massive Attack, DJ Shadow, Michael Stearns, Brian Eno und Steve Roach.

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