Seit die beiden Drehbuchautoren Leigh Whannell (der
auch eine der Hauptrollen spielte) und James Wan (der auch Regie führte)
im Jahr 2004 mit „Saw“ den Auftakt zu einem höchst erfolgreichen Franchise
präsentierten, hat sich die Torture-Porn-Reihe zu einem Klassiker des Genres
gemausert, das es auf acht Fortsetzungen gebracht hat. Um wieder etwas mehr
Qualität in das „Saw“-Universum zu bringen, reaktivierte Reihen-Veteran Kevin
Greutert, der die Teile 1 bis 5 geschnitten und bei „Saw VI“ und „Saw
VII“ auch Regie geführt hatte, Jigsaw-Darsteller Tobin Bell und macht
so „Saw X“ zu einem der besten Filme der Reihe.
Inhalt:
Nach dem gewaltsamen Tod seines ungeborenen Sohnes wurde aus
dem fürs Allgemeinwohl eintretenden Bauingenieur John Kramer (Tobin Bell)
der Serienmörder Jigsaw, der seinen Opfern jedoch die Möglichkeit gibt, sich
selbst aus den kunstvoll konstruierten Folterfallen zu befreien, auch wenn sie
sich dabei nicht unwesentlich selbst zerstückeln müssen. Nehmen Jigsaws Opfer
die Herausforderung an, sind ihre moralischen Verfehlungen abgegolten, und sie
verdienen eine zweite Chance. Doch ein Hirntumor gibt ihm nur noch wenige
Monate zu leben. Durch ein vom Bauchspeichelkrebs geheilten Teilnehmer seiner
Selbsthilfegruppe erfährt Kramer von einem revolutionären Verfahren des norwegischen
Arztes Dr. Finn Pederson (Donagh Gordon), das auch seine Tochter, die Ärztin
Cecilia Pederson (Synnøve Macody Lund), anwendet. Dabei wird dem
Patienten nach einer operativen Entfernung des Tumors noch ein spezieller
Medikamenten-Cocktail verabreicht. Da die Pharma-Industrie kein Interesse daran
hat, auf ihre lukrativen Einnahmen durch langjährige Medikationen zu
verzichten, ist Pederson gezwungen, im Geheimen zu agieren und immer wieder die
Behandlungsorte zu wechseln. Kramer hat Glück, dass er nur nach Mexico reisen
muss, wo er nach einem ruppigen Auftakt die Ärztin sowie deren Team Mateo (Octavio
Hinojosa), Valentina (Paulette Hernández) und Dr. Cortez (David
Alfano) kennen und fühlt sich in besten Händen. Tatsächlich scheint die
Operation auch einwandfrei gelaufen zu sein. Doch dann muss Kramer feststellen,
dass er Opfer eines Betrugs geworden ist. Mit seiner Assistentin Amanda Young (Shawnee
Smith) will er Pederson und ihre Leute zur Verantwortung ziehen…
Kritik:
Da „Saw X“ mit der Diagnose des tödlichen Hirntumors
bei John Kramer beginnt, wird dem Zuschauer schnell klar, dass die Story zeitlich
zwischen dem zweiten und dritten „Saw“-Teil angesiedelt ist. Diesmal nimmt
sich der Film allerdings die Zeit, John Kramer etwas länger dabei zu begleiten,
wie er die Diagnose verarbeitet und schließlich eine Möglichkeit findet, sein
Leben doch noch zu verlängern. Sobald Kramer allerdings erfährt, dass er einem
Betrug aufgesessen ist, kommt seine Jigsaw-Natur zum Vorschein, und das
geneigte Publikum darf sich wie gewohnt auf ausgeklügelte Foltermechanismen
freuen. Und mit Synnøve Macody Lund („Headhunters“, „Ragnarök“)
als diabolische Betrügerin haben die Drehbuchautoren Pete Goldfinger
und Josh Stolberg eine faszinierende Antagonistin kreiert, der man
nur den grausamsten Tod wünschen kann. Auch wenn die Story gelegentlich etwas
arg konstruiert wirkt, ist sie weitaus interessanter ausgestaltet als in den
letzten „Saw“-Filmen „Jigsaw“ und „Saw: Spiral“, und die Szenen,
in denen Jigsaws Opfer um ihr Leben schnippeln und sägen, haben es wirklich in
sich. Mit Tobin Bell in einer aussagekräftigen Hauptrolle vermag diese
Art von Reboot noch einiges für die Zukunft in petto haben.
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