Police Python 357

Alain Corneau begann seine Filmkarriere als Regieassistent von Costa-Gavras bei dessen Film „Das Geständnis“ und anschließend bei verschiedenen anderen Regisseuren, ehe er 1974 mit „Tödlicher Markt“ sein eher unbeachtetes Regiedebüt vorlegte. Erst mit seinem zweiten Film „Police Python 357“ (1976), hochkarätig mit Yves Montand und Simone Signoret besetzt – gelang ihm ein erster Achtungserfolg.

Inhalt:

Der erfahrene und einsame Polizei-Kommissar Marc Ferrot (Yves Montand) lernt die schöne Fotografin Sylvia Leopardi (Stefania Sandrelli) kennen und verliebt sich in sie. Als die beiden eine Affäre beginnen, ahnt Ferrot nicht, dass seine Geliebte außerdem eine Affäre mit Ferrots Vorgesetztem Kommissar Ganay (Francois Perier) unterhält. Ganay will allerdings demnächst die behinderte Thérèse (Simone Signoret), die an den Rollstuhl gefesselt ist, heiraten. Als  Sylvia Leopardi ermordet aufgefunden wird, soll ausgerechnet Ferrot den Fall aufklären. Eigentlich dürfte niemand von der Affäre zwischen dem Kommissar und der Fotografin gewusst haben. Kommissar Ferrot ist überzeugt davon, dass sein Vorgesetzter Ganay seine Liebhaberin umgebracht hat, weil Leopardi sich, ihm zuliebe, von Ganay trennen wollte. Bei seinen Ermittlungen bemerkt Ferrot, dass der Täter eine Menge gefälschter Hinweise hinterlassen hat, die zu einem ganz anderen Verdächtigen führt: zu Ferrot selbst…

Kritik:

Lose auf dem Roman „The Big Clock“ von Kenneth Fearing basierend, inszenierte Corneau („Love Crime“, „Die Wahl der Waffen“) mit „Police Python 357“ einen atmosphärisch dichten Neo-Noir, in dem Yves Montand („Z: Anatomie eines politischen Mordes”, „Lohn der Angst“) überzeugend den an sich ehrbaren Cop spiet, der durch eine Affäre in den Fokus einer Mordermittlung gerät. Auch wenn der Plot einige Logiklöcher aufweist, gefällt vor allem die Mischung aus stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen, urbaner Ästhetik und fesselndem Psychogramm. 

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