Die Lust der schönen Rose

Martha Coolidge arbeitet zwar überwiegend fürs Fernsehen, hat im Verlauf ihrer langen Karriere aber auch den einen oder anderen sehenswerten Kinofilm inszeniert, darunter neben „Trouble in Yonkers“ und „Angie“ auch den zweifach Oscar-nominierten Film „Rambling Rose – Die Lust der schönen Rose“ (1991) mit dem Mutter/Tochter-Gespann Diane Ladd und Laura Dern in den weiblichen Hauptrollen.

Inhalt:

Amerika, in den 1930er Jahren. Die 19-jährige Rose (Laura Dern) wird als Kindermädchen bei der Südstaatenfamilie Hillyer eingestellt, wobei der Patriarch (Robert Duvall) gleich betont, dass sie sich nach ihrer schweren Vergangenheit nicht wie eine Angestellte, sondern als Mitglied der Familie fühlen möge, und auch von der Hausherrin (Diane Ladd) erhält sie jeden Zuspruch, den sie sich nur wünschen kann. Ihr 13jähriger Zögling Buddy (Lukas Haas) ist sofort in die naive Schöne verliebt, die wiederum für den Familienvater Feuer und Flamme zu sein scheint. Ihren eindeutigen Avancen kann das Familienoberhaupt jedoch gerade so widerstehen. Rose lässt sich durch diese Abfuhr jedoch nicht bremsen. Nachdem sie sich bei Buddy ausgeheult hat und ihm gestattete, seine Neugierde zu befriedigen, indem er sowohl ihre Brüste als auch ihre Vagina berühren durfte, macht sich Rose richtig schick und geht aus – worauf sich schon nach einigen Tagen nachts die Verehrer im Vorgarten der Hillyers tummeln. Je länger Rose anwesend ist, desto turbulenter werden die Zustände im sonst so ruhigen Georgia. „Daddy“ Hillyer ist ratlos.
Ein Zusammenleben mit Rose scheint unmöglich. Doch eigentlich möchte auch niemand in der Familie sie mehr missen...

Kritik:

„Rambling Rose“ basiert auf dem gleichnamigen, 1972 veröffentlichten Roman von Calder Willingham, der auch das Drehbuch zum Film schrieb. Eingerahmt von den Erinnerungen des erwachsenen Buddy (John Heard), der seinen alten Vater besucht, an seine einzig große Liebe – Rose – erzählt Martha Coolidge die rührende Geschichte einer an sich intakten Familie, in der Liebe und Harmonie Gesetz sind. Diese Harmonie wird durch die Ankunft der etwas naiv wirkenden, jedoch sehr leidenschaftlichen Rose schnell gestört. Die Regisseurin fängt sehr stimmungsvoll die leuchtende Südstaaten-Atmosphäre der 1930er Jahre ein und erzählt auf einfühlsame, humorvolle Weise, wie Rose das zuvor so gesittete Familienleben der Hillyers durcheinanderbringt, vor allem das des Vaters und des aufgeweckten Buddy, der für sein Alter schon erstaunliche Erfahrungen machen darf. Die Szene, in der er zusammen mit der von ihm angebeteten Rose in seinem Bett liegt und sie anfleht, seine Neugierde befriedigen zu lassen, zählt sicher zu den bemerkenswertesten des Films und sorgte für allerlei Diskussionen. Vor allem die für einen Oscar als Beste Hauptdarstellerin nominierte Laura Dern („Wild at Heart“, „Jurassic Park“) erweist sich als prickelnd erfrischende Naturgewalt.

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