Bad Boys

Seit Mitte der 1980er Jahre zählt Sean Penn („Mystic River“, „21 Gramm“, „Milk“) zu den charismatischsten Darstellern in Hollywood. Zu den frühen Erfolgen des dreifachen Oscar-Preisträgers zählt das Gefängnisdrama „Bad Boys“ (1983) von Regisseur Rick Rosenthal („Halloween II“).

Inhalt:

Der 16-jährige Mick O’Brien (Sean Penn) wächst in einem der heruntergekommenen Viertel von Chicago auf, wo er im Prinzip auf sich allein gestellt ist. Seine Mutter, mit der er zusammenlebt, interessiert sich eher für ihre Liebhaber als für das Schicksal ihres Jungen, der sich mit Raubüberfällen auf der Straße etwas Geld verdient und davon träumt, mit seiner Freundin J. C. (Ally Sheedy) eines Tages die Stadt zu verlassen. Paco Moreno (Esai Morales), einer seiner Mitschüler, verkauft sogar Drogen, um aus der Armut zu entkommen. Als Mick mit einem Freund einen Überfall auf Paco und seine Gang begeht, geraten die Dinge aber außer Kontrolle. Micks Freund wird bei einem Schusswechsel mit einer weiteren Bande, die Paco die Drogen abkaufen will, getötet, während Mick auf der darauffolgenden Flucht vor der Polizei die Kontrolle über sein Auto verliert und versehentlich den achtjährigen Bruder von Paco zu Tode fährt. Mick überlebt den Unfall und wird zu einer Strafe im Jugendgefängnis verurteilt. Dort bekommt er es mit den skrupellosen Häftlingen Viking (Clancy Brown) und Tweety (Robert Lee Rush) zu tun, die nicht nur Mick das Leben zur Hölle machen. Doch als Mick sich schlagkräftig gegen seine Peiniger wehrt, steigt er ganz oben in der Hierarchie der Sträflinge auf. Als Rache für den Tod seines Bruders vergeht sich Paco an J. C. und wird daraufhin ebenfalls in das Jugendgefängnis gebracht, in dem Mick seine Strafe absitzt…

Kritik:

Drehbuchautor Richard Di Lello („Colors – Farben der Gewalt“) stellt in seiner Geschichte ungewöhnlicherweise Jugendliche in den Mittelpunkt eines Bandenkriegs und konzentriert sich auf das entbehrungsreiche, von roher Gewalt und ständigen Drohgebärden geprägte Leben in einer Jugendstrafanstalt. Hier wird deutlich hervorgehoben, dass hier die gesellschaftlichen Verlierer, von Bildungsarmut und Arbeitslosigkeit gezeichnete Menschen einsitzen, die nur über das Verbrechen ihren Lebensunterhalt zu bestreiten verstehen und dafür keinerlei Skrupel kennen. „Bad Boys“ erweist sich als atmosphärisch dichtes Gefängnis-Drama, das die jederzeit mindestens unterschwellig vorhandene Gewalt spüren lässt. Hier überleben nur die Stärksten. Die Schwachen sind dazu verdammt, vergewaltigt und gedemütigt zu werden. Als mit Paco Micks Erzfeind in die Anstalt kommt, spitzt sich die Situation in vorhersehbaren Bahnen zu, aber Sean Penns eindringliche Performance des gleichermaßen gebrochenen wie starken Mick macht das harte Drama sehenswert. Schade nur, dass die sozialen Missstände, die die jugendlichen Insassen erst in die Kriminalität geführt haben, kaum aufgearbeitet werden.

Kommentare

Beliebte Posts