Kennwort ,Schweres Wasser‘

D20 (Deuteriumoxi), auch als sogenanntes „schweres Wasser“ bekannt, spielt eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von waffenfähigem Plutonium, wie auch die Nationalsozialisten wussten, die während des Zweiten Weltkriegs an der Atombombe forschten. In Rjukan in der norwegischen Provinz Telemark befand sich eine Anlage, die als einzige in Europa größere Mengen des begehrten Elements herstellen konnte. Vor allem norwegische Widerstandskämpfer versuchten zwischen 1942 und 1944, die Anlage zu zerstören. Hollywood-Veteran Anthony Mann („Tag ohne Ende“, „El Cid“) inszenierte seinen letzten Film „Kennwort ,Schweres Wasser‘“ (1965) nach wahren Begebenheiten.

Inhalt:

Norwegen kann der Übermacht der deutschen Streitkräfte während des Zweiten Weltkrieges nichts entgegensetzen und wird förmlich von den Besatzern überrannt. In den bergigen Gefilden des nördlichen Staates wollen die Deutschen in einem Wasserkraftwerk spezielles Wasser herstellen, welches sie zur Produktion einer Atombombe benötigen.
Knut Straud (Richard Harris), Anführer einer norwegischen Widerstandsgruppe, bringt einen aus der Hydrofabrik nahe dem Dorf Rjukan geschmuggelten Mikrofilm zu Dr. Rolf Pedersen (Kirk Douglas), Physiker an der Universität Oslo. Pedersen erhält so Kenntnis von den Plänen der Deutschen und bringt mit Straud eine Fähre in seine Gewalt, mit der sie nach Großbritannien reisen, und informieren die britischen Alliierten, die daraufhin beschließen, die Fabrik zu zerstören.
Angesichts der schweren Befestigung ist Pedersen davon überzeugt, dass nur ein Bombardement durch Flugzeuge erfolgreich sein könne, um die Fabrik zu zerstören und dadurch die Entwicklung der Atombombe durch die Deutschen zu verhindern. Weil er dabei den Tod von 6000 Dorfbewohnern in Kauf nimmt, gerät er mit Straud in einen heftigen Streit, in dessen Folge Pedersen dazu bewegt werden kann, die anderen Widerstandskämpfer über die Gefahr aufzuklären, die von der Fabrik ausgeht, und den britischen Alliierten einen Bodenangriff zu empfehlen.
Die für den Bodenangriff vorgesehene britische Pioniertruppe, der die Widerstandskämpfer bei der Zerstörung der Fabrik helfen sollen, wird nach Telemark geflogen. Auf der nachts mit Fackeln markierten Landebahn kommt es jedoch zu einer Bruchlandung, bei der die Insassen sterben. Die Gruppe um Pedersen und Straud kommt danach zu der Entscheidung, die Produktion des schweren Wassers durch eigene Sabotage zu beenden…

Kritik:

Anthony Mann hat die historisch verbürgten erfolgreichen Bemühungen norwegischer Widerstandskämpfer und Wissenschaftler als munteres Action-Drama inszeniert, bei dem seine prominenten Hauptdarsteller Kirk Douglas („Spartacus“, „Wege zum Ruhm“) und Richard Harris („Der Mann, den sie Pferd nannten“, „Erbarmungslos“) reichlich Gelegenheit bekommen, sich nicht nur gegenseitig an den Kragen zu gehen, sondern auch ihre Fähigkeiten als Skiläufer und Bombenbauer unter Beweis zu stellen. Die Figurenzeichnung hinkt bei dem Fokus auf der straffen Handlung leider hinterher, und die romantische Liaison zwischen Douglas‘ Figur und seiner Ex-Frau (Ulla Jacobsson) ist für die Story auch eher nebensächlich. Mann legt hier viel Wert auf Atmosphäre, vor allem auf grandiose Landschaftsaufnahmen, während sinnstiftende Dialoge auf das Notwendigste reduziert werden. Auf jeden Fall bietet „Kennwort ,Schweres Wasser‘“ einen interessanten Blick auf eine weniger bekannte Episode des Zweiten Weltkriegs und mutiger Entscheidungen einiger Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime.

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