Die Commitments

Mit Meisterwerken wie „12 Uhr nachts – Midnight Express“, „Birdy“, „Angel Heart“, „Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses“ und „Die Asche meiner Mutter“ avancierte Alan Parker zu einem der renommiertesten Filmemacher seiner Zeit. 1991 legte er mit dem Musikfilm „Die Commitments“ eine weitere Arbeit vor, die seine Meisterschaft betonte.

Inhalt:

Anfang der 90er Jahre ist Jimmy Rabbitte (Robert Arkins) schon seit zwei Jahren ohne Job in seiner Heimatstadt Dublin, aber er hat als Kenner zeitgenössischer Musik immer ein paar angesagte Tapes dabei, die er unter die Leute bringt. Eines Tages wird er von einer Band (darunter Glen Hansard), die er auf einer Hochzeitsfeier kennenlernt, gebeten, ihr Manager zu werden, doch wollen sie sich von ihrem Sänger trennen. Kein Problem für Jimmy. Denn auf besagter Hochzeit hat er mit dem betrunken, aber leidenschaftlich grölenden Deco Cuffe (Andrew Strong) bereits den passenden Ersatz in petto. Statt Pop oder Rock schlägt Jimmy den beiden Jungs aber vor, sich dem Soul zu widmen, denn die Musik der Schwarzen ist für das Arbeiterghetto in Dublin wie gemacht. Über eine Zeitungsanzeige lädt Jimmy zu Auditions in dem Haus seiner Familie ein, doch wird er hier kaum fündig. Erst als der in der Vergangenheit äußerst umtriebige Trompeter Joey „Die Lippe“ Fagan (Johnny Murphy) zu ihnen stößt, ein Freundinnen-Trio für den Backgroundgesang gefunden ist und ein Kirchenorgelspiegel mit dem Piano seiner Großmutter aufschlägt, ist die Band komplett. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei den Proben sind schließlich eine Handvoll Songs einstudiert, die ersten Auftritte organisiert. Zwar wird die Band mit jedem Auftritt besser und begeistert das Publikum, doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig…

Kritik:

Es kommt schon einem Geniestreich gleich, in der irischen Metropole Dublin „die härteste Arbeiter-Band der Welt“ ausgerechnet Soul spielen zu lassen, den man nicht unbedingt mit dem weißen Arbeiterproletariat assoziieren würde. Doch die Parallelen im sozialen Gefüge lassen das Ansinnen des Musikexperten Jimmy Rabbitte durchaus nachvollziehen. Parker lässt die Kamera von Gale Tattersall ausgiebig über die tristen Schauplätze des Dubliners Arbeiterghettos schweifen, bevor er den umtriebigen Jimmy Rabbitte in seiner neuen Funktion als Manager einer Band von der Leine lässt. Bereits das ausschweifende Casting deutet an, vor welchen Herausforderungen die Gründung einer Soul-Band steht, und es macht einfach Spaß zuzusehen, wie sich ein Glied ins nächste fügt. Die Proben und die Auftritte sind voller Leidenschaft, offenbaren aber auch die Ambitionen der einzelnen Egos. Da wird munter durcheinandergevögelt, gezankt und gekloppt, bis Blut fließt, aber am Ende steht immer ein großartiges Konzerterlebnis. Dass Parker mit unverbrauchten Musikern gearbeitet hat, die live an Originalschauplätzen die Songs in den Szenen performt haben, macht „Die Commitments“ besonders authentisch und liebenswert.

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