Sag‘ kein Wort

Gary Fleder hat sich seit seinem Kinoregiedebüt mit „Das Leben nach dem Tod in Denver“ (1995) als respektabler Thriller-Regisseur („…denn zum Küssen sind sie da“, „Das Urteil – Jeder ist käuflich“) etabliert, der allerdings meist nur noch für das Fernsehen („Kingdom“, „October Road“) arbeitet. Dennoch gelang ihm im Verlauf seiner Karriere immer mal wieder ein Highlight, das sich etwas von dem Mainstream-Durchschnitt abhob, so auch der Thriller „Sag‘ kein Wort“ (2001) mit einem illustren Ensemble, das von Michael Douglas angeführt wird. 

Inhalt:

Der New Yorker Star-Psychiater Dr. Nathan Conrad (Michael Douglas) hat’s geschafft. Die Privatpraxis in Manhattan läuft gut, zuhause warten Frau (Famke Janssen) - wenn auch durch einen Skiunfall ans Bett gefesselt - und die achtjährige Tochter Jessie (Skye McCole Bartusiak) auf den liebevollen Familienvater. Doch ausgerechnet an Thanksgiving geraten die Dinge aus den Fugen. Kaum hat sich Conrad auf Drängen seines befreundeten Kollegen Dr. Louis Sachs (Oliver Platt) die völlig verstörte und verängstigte Elisabeth (Brittany Murphy) angeschaut, die auf Hart Island, einer kleinen Insel in der Nähe von Staten Island, gefunden wurde und mit niemandem sprechen will, wird Jessie über Nacht aus seiner New Yorker Wohnung entführt. Die Kidnapper um Anführer Patrick (Sean Bean) wollen mit Conrads Hilfe einen sechsstelligen Zahlencode aus der labilen Elisabeth herausquetschen. Der soll sie innerhalb von sieben Stunden zu einer zehn Millionen Dollar schweren Beute aus einem lange verjährten Raubüberfall führen. Wie sich herausstellt, ist Elisabeth die Tochter von Patricks ehemaligen Mitstreiter Burrows, der sich vor zehn Jahren mit dem Edelstein aus dem Staub gemacht hat, bevor er vor den Augen seiner Tochter von Patrick vor eine U-Bahn geworfen wurde.
Während Conrad alle Hebel in Bewegung setzt, um aus Elisabeth den Code herauszukitzeln, der auch das Leben seiner eigenen Tochter retten würde, ist die engagierte Polizistin Sandra Cassidy (Jennifer Esposito) dabei, einen Serienkiller zu jagen, der seinen Opfern mit bloßen Händen den Hals bricht…

Kritik:

Mit der Verfilmung von Andrew Klavans Roman „Don’t Say a Word“ ist Gary Fleder ein schmutziger kleiner Thriller gelungen, der vor allem von der düsteren Atmosphäre lebt, die Kameramann Amir Mokri („8 Blickwinkel“, „Man of Steel“) stilvoll zu kreieren versteht. Eingebettet in die beklemmende Kulisse des psychiatrischen Krankenhauses und der von den Entführern videoüberwachten Luxuswohnung der Conrads entwickelt sich ein spannendes Katz- und Maus-Spiel zwischen dem skrupellosen Kriminellen Patrick und dem empathischen Familienvater, der über sich hinauswachsen muss, um das Leben seiner Tochter und seiner selbstmordgefährdeten Patientin zu retten. Auch wenn der Nebenplot rund um die Serienmorde, die Detective Sandra Cassidy aufzuklären versucht, die Spannungskurve eher ausbremst, nimmt der Plot genügend Fahrt auf, um bis zum leider allzu vorhersagbaren Ende gut zu unterhalten. Das ist natürlich auch den charismatischen Hauptdarstellern Michael Douglas („Enthüllung“, „The Game“) und Sean Bean („Troja“, „Der Herr der Ringe“-Trilogie) zu verdanken, aber auch den beiden Damen Brittany Murphy („8 Mile“, „Dead Girl“) und Jennifer Esposito („Summer of Sam“, „L.A. Crash“), die für die emotionalen Momente sorgen.

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