Dracula – Die Auferstehung

Dass der französische Drehbuchautor, Produzent und Regisseur Luc Besson ein Faible für visuell beeindruckende Erzählungen besitzt, hat er seit seinen Frühwerken wie „Subway“ (1985), „Im Rausch der Tiefe“ (1988) über „Léon: Der Profi“ (1994), „Das fünfte Element“ (1997), „Johanna von Orleans“ (1999) und „Angel-A“ (2005) bis zu „Adèle und das Geheimnis des Pharaos“ (2010), „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ (2017) und „Anna: Die Agentin“ (2019) unter Beweis gestellt. Eine Neuverfilmung des bereits unzählig adaptierten Vampir-Romanklassikers „Dracula“ von Bram Stoker mag auf den ersten Blick unnötig sein – zumal Robert Eggers mit „Nosferatu – Der Untote“ kurz zuvor ebenfalls eine neue Lesart des Stoffes präsentiert hatte -, doch für einen Stilisten wie Luc Besson musste die Geschichte dennoch sehr reizvoll sein. Allerdings vermag sein „Dracula – Die Auferstehung“ kaum den Erwartungen gerecht werden.

Inhalt:

Im Jahr 1480 wird Prinz Vladimir II., Graf von Drăcul (Caleb Landry Jones), gezwungen, einen Krieg gegen osmanische Angreifer zu führen und dafür seine geliebte Frau Elisabeta (Zoë Bleu) zurückzulassen. Während Drăcul auf dem Schlachtfeld ebenso grausam wie erfolgreich ist, gerät seine Frau auf der Reise an einen sicheren Ort in die Hände des Gegners. Zwar kann Drăcul ihre Häscher ausschalten, tötet dabei aber versehentlich auch seine Frau. Verzweifelt schwört er daraufhin Gott ab, tötet einen Priester und wird durch einen Fluch zur Unsterblichkeit verdammt. Von Schuldgefühlen und ewiger Trauer getrieben, wird Vladimir zum Vampir Dracula. Über 400 Jahre lebt Dracula fortan, besessen von der Hoffnung, Elisabeta eines Tages wiederzufinden. Er durchstreift die Jahrhunderte, geplagt von Sehnsucht und dem Gefühl, nicht in Frieden ruhen zu können. Im 19. Jahrhundert begegnet er schließlich in Paris einer jungen Frau namens Mina (ebenfalls Zoë Bleu), die Elisabeta verblüffend ähnlichsieht. Dracula ist überzeugt, dass Mina eine Wiedergeburt seiner verlorenen Liebe ist. Während sich Dracula und Mina einander näherkommen, wurde ein auf Exorzismen spezialisierter Priester (Christoph Waltz) nach Paris beordert, um in einer Nervenheilanstalt die an Ketten gefesselte Patientin Maria (Matilda De Angelis) zu untersuchen, einer Freundin von Mina…

Kritik:

Bereits die ersten Szenen von „Dracula – Die Auferstehung“ lassen vermuten, dass Luc Besson hier eine Light-Version von Francis Ford Coppolas Meisterwerk „Bram Stokers Dracula“ (1992) vorlegt. Doch im Gegensatz zu Coppolas durchstilisiertem, sinnlichem Barock-Drama beschränkt sich Besson nach dem brutalen Gemetzel auf dem Schlachtfeld vor allem auf die innige Liebe zwischen Drăcul und seiner Elisabeta, die auch nach dem Tod und dem Fluch der Unsterblichkeit anhält. Jonathan Harker (Ewens Abid) als Minas Verlobter nimmt ebenso wie viele andere Figuren aus der Romanvorlage nur eine Nebenrolle ein. Allein Christoph Waltz ist es als würdiger Van-Helsing-Vertreter vergönnt, genüsslich den Aberglauben rund um Vampire und die wirksamen Methoden zu deren Vernichtung vorzuführen. Überhaupt ist „Dracula – Die Auferstehung“ ungewöhnlich humorvoll ausgefallen, verkommt dabei aber unfreiwillig stellenweise zur Selbstparodie. Lebendig gewordene Gargoyles ersetzen hier sinnliche Vampirbräute, die Handlung wird von London nach Paris verlegt, wo Sex, und Dekadenz ebenso an der Tagesordnung sind wie Nekrophilie, Vergewaltigung und Mord. Das große Finale auf Draculas Schloss wartet wieder mit krachender Action auf, doch kann Luc Bessons Version nicht darüber hinwegtäuschen, dass es ihr an Einfallsreichtum fehlt, um sich nachhaltig von früheren „Dracula“-Filmen abheben zu können. 

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