Assassination – Der Mordanschlag

Während Charles Bronson in den 1960er Jahren noch in so unterschiedlichen, qualitativ hochwertigen Produktionen wie „Die letzte Schlacht“, „Dieses Mädchen ist für alle“, „Das dreckige Dutzend“ und vor allem Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“ mitwirken durfte, war er seit seinem markanten Auftritt in Michael Winners Rache-Thriller „Ein Mann sieht rot“ vor allem auf die Rolle des einzelgängerischen Draufgängers abonniert. In den 1980er und 1990er Jahren wurde der alternde Action-Star dann nur noch in lustlos runtergedrehten Produktionen von Cannon Films verheizt, darunter auch in „Assassination – Der Mordanschlag“ (1987).

Inhalt:

Als der kürzlich erkrankte Secret-Service-Agent Jay Killian (Charles Bronson) in den Dienst zurückkehrt und die Vereidigung des neuen US-Präsidenten Calvin Craig (Charles Howerton) ansteht, wird er noch nicht wieder zur Bewachung des Präsidenten eingeteilt, sondern an die Seite der sehr emanzipierten wie selbstbewussten First Lady (Jill Ireland). Starrsinnig und arrogant ignoriert sie alle Sicherheitsanweisungen, lässt sich sogar in einer offenen Limousine bei der Parade chauffieren, bis ein Polizeimotorrad neben ihrem Wagen auftaucht und explodiert. Killian verpasst ihr bei der Rettungsaktion ein blaues Veilchen, hat den als Polizisten verkleideten Motorradfahrer, der nach dem Sturz seines Fahrzeugs in der Menge verschwand, noch als Auftragsmörder Eddie Bracken (James Lemp) und ist schnell davon überzeugt, dass jemand der Präsidentengattin nach dem Leben trachtet. Die tritt ihrerseits die Flucht nach vorn an und verschwindet aus dem Dunstkreis des Weißen Hauses, doch Killian ist bald wieder an ihrer Seite und hat alle Hände voll zu tun, die temperamentvolle Frau vor weiteren Anschlägen zu schützen…

Kritik:

Drehbuchautor Richard Sale („Die Angst hat tausend Namen“, „So liebt man in Paris“) hat seit Ende der 1930er Jahre (!) Stoffe für Filme und Serien geliefert, darunter auch für den Bronson-Film „Der weiße Büffel“, Peter Hunt gab 1969 sein Regiedebüt beim Bond-Abenteuer „Im Geheimdienst seiner Majestät“, nachdem er die vorangegangenen als Cutter betreut hatte, und Charles Bronson zählte auch schon 66 Lenze, als er für „Assassination“ ein weiteres Mal den kernigen Problemlöser markierte. Das Alter der Beteiligten merkt man der routinierten, espritbefreiten Produktion allerdings auch deutlich an. Die Figuren werden nicht großartig eingeführt, das schwierige Verhältnis zwischen dem erfahrenen Personenschützer und der umtriebigen First Lady dient schon früh als wesentliches Unterhaltungsmoment des Films. Während der Plot recht stumpf und spannungslos konstruiert abgespult wird, stellen die Kabbeleien des Ehepaars Bronson/Ireland einmal mehr den Höhepunkt eines Werkes dar, in dem für die Action-Freunde immerhin ständig etwas explodiert oder wild um sich geschossen wird. Dass die Geschichte durch eine Affäre zwischen Killian und seiner aufdringlichen Kollegin Charlotte Chang (Jan Gan Boyd) aufgepeppt werden soll, verhilft dem müden Action-Vehikel auch nicht zu mehr Schwung.

Kommentare

Beliebte Posts