The Big Lebowski

Mit ihren ersten Filmen „Blood Simple“ (1984), „Arizona Junior“ (1987), „Miller’s Crossing“ (1990) und „Barton Fink“ (1991) haben die beiden Autorenfilmer Joel und Ethan Coen ihr eigenes Filmuniversum geschaffen, das mit eigenwilligem Humor eine immer größere Fangemeinde zu begeistern vermochte. Nach ihrer Krimi-Groteske „Fargo“ (1996) legten sie mit „The Big Lebowski“ (1998) noch eine Schippe drauf und präsentierten Jeff Bridges („Fearless – Jenseits der Angst“, „König der Fischer“) in der Rolle seines Lebens.

Inhalt:

Der arbeitslose Alt-Hippie Jeffrey Lebowski (Jeff Bridges), der sich nur der Dude nennt, verbringt seine Tage in Los Angeles mit dem Schlürfen von White Russians, dem Genuss von Joints und dem Bowlen mit seinen beiden Freunden, dem cholerischen Vietnam-Veteran Walter Sobchak (John Goodman) und dem phlegmatischen Donny Kerabatsos (Steve Buscemi). Das beschauliche Leben des Dudes ändert sich, als mit Woo (Philip Moon) und Blond (Mark Pellegrino) zwei Schlägertypen in seine Wohnung eindringen, weil sie ihn für den gleichnamigen Millionär Jeffrey Lebowski halten, dessen junge Frau Bunny einem Jackie Treehorn Geld schuldet. Nachdem die beiden Eindringlinge Dudes Kopf in die Toilette getunkt und auf seinen Teppich uriniert haben, ziehen sie wieder ihrer Wege, doch damit ist die Sache für den Dude längst nicht erledigt. Er sucht am nächsten Tag seinen schwerreichen, im Rollstuhl sitzenden Namensvetter (David Huddleston) vor, um Schadensersatz zu verlangen. Lebowski denkt aber nicht daran, dem „faulen Penner“, wie er den Dude nennt, etwas zu entschädigen und lässt ihn durch seinen Assistenten (Philip Seymour Hoffman) vor die Tür setzen.
Beim Verlassen des Grundstücks trifft er die attraktive Bunny Lebowski (Tara Reid) und einen Freund von ihr, den deutschen Nihilisten Uli Kunkel (Peter Stormare).
Wenig später informiert Lebowski den Dude darüber, dass Bunny gerade entführt worden sei und gegen ein Lösegeld von einer Million Dollar freikommen könne. Er nimmt an, dass die Entführer mit den Schlägertypen aus der Wohnung des Dudes identisch sind. Deshalb solle dieser das Lösegeld übergeben und dabei möglichst die Entführer identifizieren.
Der Dude willigt ein, vermutet aber, dass Bunny ihre Entführung nur vorgetäuscht hat, weshalb Walter statt des Geldkoffers nur eine Tasche mit alter Schmutzwäsche aus dem Fenster über die Brücke wirft. Mit dem Lösegeld-Koffer fahren sie zum Bowling, lassen aber den Koffer im Wagen. Als sie zurückkommen, ist das Auto gestohlen worden…

Kritik:

Die Coen-Brüder drehen in „The Big Lebowski“ den Spieß einfach mal genüsslich um. Der Dude ist eigentlich genau das, als was ihn der Millionär Lebowski bezeichnet, ein „fauler Penner“, der kein Interesse an geregelter Arbeit hat und sich mit diversen Stimulanzien und Bowling über den Tag bringt. Und doch wirken er und seine ungleichen, psychisch angeschlagenen Bowling-Freunde weitaus normaler als die Freaks, mit denen sie es im Verlauf der immer absurder werdenden Handlung zu tun bekommen. Mit munterer Lässigkeit konfrontieren die Coen-Brüder das an sich harmlose Bowling-Trio mit Kleinganoven, Nihilisten, einer Performance-Künstlerin (Julianne Moore), durchgedrehten Rivalen (John Turturro) auf der Bahn und einem Pornoproduzenten (Ben Gazzara), doch auf alle schwierigen Probleme reagiert der Dude mit einem flotten Spruch oder Fluch und macht einfach weiter sein Ding. Die Filmemacher warten dabei mit einem coolen Soundtrack voller Klassiker von Bob Dylan, Captain Beefheart, Gipsy Kings, Creedence Clearwater Revival, Dean Martin und Elvis Costello auf, die dem visuell reizvollen Mix aus Film Noir, Western, Kriegsfilm und Porno den passenden Klangteppich verleihen. Dazu ist das Ensemble bis in die Nebenrollen vorzüglich, Jeff Bridges und John Goodman sind in jeder Szene brüllend komisch und bringend die starken Dialoge grandios zum Leben. 

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