Yanks – Gestern waren wir noch Fremde

Nachdem sich der britische Filmemacher John Schlesinger mit seinen Meisterwerken „Asphalt-Cowboy“ (1969) und „Der Marathon-Mann“ (1976) einen Namen gemacht hat, durfte er in seiner Heimat für MGM das sechs Millionen Dollar teure Kriegsdrama „Yanks – Gestern waren wir noch Fremde“ (1979) realisieren. In der Hauptrolle überzeugt der damals noch recht unbekannte, 30-jährige Richard Gere als US-Army-Koch, der in England auf den Einsatz an der Normandie wartet.

Inhalt:

England 1942: Als während des Zweiten Weltkrieg Tausende von US-Soldaten im Dörfchen Stalybridge einquartiert werden, sind auch der attraktive Armeekoch Matt (Richard Gere) und der Profiboxer Sergeant Danny Ruffelo (Chick Vennera) mit dabei. Während Ruffelo sich sofort in die temperamentvolle Schaffnerin Mollie (Wendy Morgan) verguckt, hat Matt ein Auge auf die Postmeistertochter Jean (Lisa Eichhorn) geworfen, deren Verlobter allerdings schon an der Front kämpft. Entsprechend skeptisch betrachten Jeans Eltern die romantische Beziehung, die ihre Tochter mit dem attraktiven und sehr höflichen Amerikaner eingeht. Überhaupt scheinen die Frauen in Stalybridge den Besuch der amerikanischen Soldaten sehr willkommen zu heißen, bieten sie doch eine willkommene Abwechslung, während ihre eigenen Männer bereits ins Kriegsgeschehen eingreifen. Auch die verheiratete Cellistin Helen (Vanessa Redgrave) kann nicht widerstehen. Sie verguckt sich in den ebenfalls liierten US-Captain John (William Devane). Doch wie lange kann eine Liebe in Kriegszeiten überdauern?

Kritik:

„Yanks – Gestern waren wir noch Fremde“ unterscheidet sich maßgeblich von anderen Kriegsfilmen, weil es das Geschehen auf dem Schlachtfeld komplett außen vorlässt und sich ganz auf das Dorfleben fokussiert, das durch die Abwesenheit der eigenen Männer und die vorübergehende Stationierung Tausender US-Soldaten ordentlich in Bewegung gerät. Schlesinger und seine Drehbuchautoren Colin Welland („Die Stunde des Siegers“, „Weiße Zeit der Dürre“) und Walter Bernstein („Angriffsziel Moskau“, „Das Haus in der Carroll Street“) fangen die teils bedrückende, teils beglückende Atmosphäre in dem englischen Dorf sehr gut ein. Dazu zählen die Szenen im Kino, in dem sich Matt und Jean auf der einen und Danny und Mollie auf der anderen Seite während der Wochenschau näherkommen, ebenso wie die Boxkämpfe und Tanzveranstaltungen, bei denen es allerdings zu rassistischen Übergriffen unter den US-Soldaten kommt. Allerdings vermag das Drama nicht die emotionalen Schwankungen einzufangen, die die Charaktere angesichts der abwesenden Partner durchleben, obwohl die Laufzeit von fast zweieinhalb Stunden genügend Raum dafür gelassen hätte. So wirkt „Yanks“ auf Dauer etwas zu langatmig und unbestimmt, so dass am Ende vor allem die Darsteller und die authentische Atmosphäre zu den Höhepunkten des Dramas zählen.

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