Der britische Schriftsteller Graham Greene zählt zu
den meistverfilmten Autoren der Gegenwart und hat selbst einige Drehbücher („Der
dritte Mann“, „Unser Mann in Havanna“) geschrieben. Zu den bekannteren Verfilmungen
seiner Werke zählt neben „Der dritte Mann“, „Das Ende einer Affäre“ und „Brighton
Rock“ auch „Der Honorarkonsul“ (1983) mit Michael Caine und Richard
Gere in den Hauptrollen.
Inhalt:
Mit Hilfe des Polizeichefs Perez (Bob Hoskins) sucht
der aus Paraguay geflüchtete Arzt Eduardo Plarr (Richard Gere) in dem
argentinischen Städtchen Corrientes nahe der Grenze zu Paraguay seinen Vater,
der vor zwei Jahren verschwand. Als er sich in die hübsche Ex-Prostituierte
Clara (Elpidia Carillo) verliebt, muss er leider feststellen, dass sie mit
dem britischen Honorarkonsul Charley Fortnum (Michael Caine), einem
zynischen Säufer, verheiratet ist. Das hält ihn aber letztlich nicht davon ab,
eine leidenschaftliche Affäre mit ihr anzufangen. Da bitten zwei alte Freunde
Eduardo um Hilfe: Um Weggefährten aus dem Gefängnis freizupressen, wollen sie
den gerade in der Stadt verweilenden US-Botschafter entführen. Doch die
Guerilleros kidnappen irrtümlich Konsul Fortnum und bringen Eduardo in die
Bredouille…
Kritik:
Mit Filmen wie „Ein Mann für gewisse Stunden“, „Ein
Offizier und Gentleman“ und „Atemlos“ war Richard Gere Anfang
der 1980er Jahre der Mann der Stunde und DAS männliche Sexsymbol. Eine ansprechende
Literaturverfilmung hätte seinem Rollenprofil eine interessante Erweiterung
verliehen, doch beschränkt sich auch John Mackenzies („Das vierte
Protokoll“, „Rififi am Karfreitag“) Verfilmung des Greene-Romans eher auf
die erotischen Aspekte der Geschichte, als die politischen Verhältnisse in der argentinischen
Diktatur näher zu beleuchten, die letztlich nur als historische Kulisse für die
Affäre herhalten darf. Die Atmosphäre stimmt immerhin, Michael Caine, der
später auch in einer weiteren Greene-Verfilmung („Der stille
Amerikaner“) überzeugt, rettet „Der Honorarkonsul“ über die Ziellinie,
während Richard Gere wieder einmal vor allem seinen Knackhintern
präsentieren darf, ohne als Schauspieler gefordert zu werden.
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