Sphere

Ähnlich wie bei den Verfilmungen der Bestseller von John Grisham und Stephen King zählte auch Michael Crichton zu den heißgehandelten Schriftstellern, deren Stoffe bereits eine weltweite Lesergemeinde faszinierten und entsprechend die besten Chancen versprachen, auch ein Kinopublikum zu begeistern. Crichton lieferte seit 1971 oft nicht nur die Romanvorlagen zu Filmen wie „Andromeda: Tödlicher Staub aus dem All“, „Enthüllung“ und „Congo“ und „Der 13. Krieger“, sondern schrieb auch die Drehbücher oder führte sogar selbst Regie („Westworld“, „Coma“, „Der große Eisenbahnraub“). Nachdem Crichton mit seiner Romanvorlage für Steven Spielbergs Blockbuster „Jurassic Park“ (1993) in aller Munde war, folgten oft mehrere Filme pro Jahr – darunter „Enthüllung“, „Twister“ und „Vergessene Welt: Jurassic Park“ -, die auf Crichtons Romanen und Drehbüchern basierten. Der Hype ebbte allerdings schnell ab, nachdem Barry Levinson („Avalon“, „Bugsy“) 1998 seinen 1987 veröffentlichten Roman „Die Gedanken des Bösen“ auf Grund setzte – trotz einer Top-Besetzung mit Dustin Hoffman, Sharon Stone und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen.

Inhalt:

Normalerweise wird der Psychologe Dr. Norman Goodman (Dustin Hoffman) bei Flugzeugabstürzen gerufen, um bei Angehörigen und Überlebenden psychologische Betreuung anzubieten, doch als er diesmal mit einem Hubschrauber zu seinem Einsatzort geflogen wird, erwartet ihn eine ganze Schiffsflotte. Wie er an Bord des Einsatzschiffes von Captain Harold C. Barnes (Peter Coyote) erfährt, hat die US-Army auf dem Grund des Pazifiks ein außerirdisches Raumschiff gefunden, das dem Korallenbewuchs nach zu urteilen bereits seit 300 Jahren dort liegt. Zusammen mit seinen Wissenschaftskollegen – dem Mathematiker Dr. Harry Adams (Samuel L. Jackson), dem Astrophysiker Dr. Ted Fielding (Liev Schreiber) und der Biochemikerin Dr. Elizabeth Halperin (Sharon Stone) – soll Goodman das riesenhafte Objekt in 300 Metern Tiefe genauer untersuchen. An Bord des Schiffes stoßen sie auf mehrere Indizien, die überraschenderweise darauf hindeuten, dass es sich um ein amerikanisches Raumschiff aus der Zukunft handelt. Noch merkwürdiger wird die Sache allerdings, als die Wissenschaftler auf eine riesige, perfekt geformte goldene Kugel stoßen, die offenbar außerirdischer Herkunft ist und die Persönlichkeiten der Crew zu verändern scheint…

Kritik:

Barry Levinson hat mit „Good Morning Vietnam“, „Rain Man“ und „Sleepers“ gleich mehrere Meisterwerke inszeniert, doch für einen spannenden Science-Fiction-Stoff schien er einfach nicht der richtige Mann zu sein. Zwar gelingt es ihm, auf der audiovisuellen Ebene – mit eindringlichen Bildern des Oscar-nominierten Kameramanns Adam Greenberg („Terminator 2“, „Ghost – Nachricht von Sam“) und der verstörenden Musik von Elliot Goldenthal („Interview mit einem Vampir“, „Heat“) – zu punkten, doch verlässt er sich zu sehr auf die Special Effects und das Grauen an Bord des Raumschiffes, um wirklich Spannung zu erzeugen. Die Veränderungen in der Persönlichkeit der Crew-Mitglieder wird zwar oberflächlich thematisiert, aber nie so recht greifbar, weil die Wissenschaftler nicht darüber reden, was mit ihnen passiert. So bleiben große Mimen wie Dustin Hoffman und Samuel L. Jackson völlig unterfordert, während Sharon Stone komplett fehlbesetzt wirkt. Dazu ist der Film mit zwei Stunden Laufzeit einfach zu lang, um fesseln zu können. Das haben Stanley Kubrick bei „2001 – Space Odyssey“ und Peter Yates bei „Die Tiefe“ weitaus packender hinbekommen.

Kommentare

Beliebte Posts