Kalifornia

Mehr als dreißig Jahre nach dem Regiedebüt von Dominic Sena („Nur noch 60 Sekunden“, „Passwort: Swordfish“) bleibt einem „Kalifornia“ (1993) vor allem als Sprungbrett für die Hauptdarsteller Brad Pitt, Juliette Lewis und David Duchovny in Erinnerung. Die Brutalität des Serienkiller-Schockers und die stylishe Inszenierung reichten allerdings nicht aus, um das Road-Movie-Thriller-Drama zu einem Klassiker zu machen.

Inhalt:

Brian Kessler (David Duchovny) ist fasziniert von Serienmördern. Nachdem er einen Artikel über Serienmörder in den Vereinigten Staaten verfasst hatte, erhielt er einen Auftrag und einen Vorschuss für ein Buch zu diesem Thema. Der Vorschuss ist aufgebraucht, aber noch kein Wort zu Papier gebracht. Nun plant Kessler mit seiner Freundin, der Fotografin Carrie (Michelle Forbes), für die Recherche zu seinem Buch über Serienmörder eine Tour durch die Staaten mit dem Ziel Kalifornien. Der Weg soll sie vorbei führen an den berüchtigtsten Mord-Schauplätzen der US-Geschichte, wobei Kessler vor allem die Frage umtreibt, was einen Serienkiller von jedem anderen von uns unterscheide. Um die Fahrtkosten zu teilen, annoncieren sie ihren Trip. Auf die Anzeige meldet sich nur das abgefuckte White-Trash-Pärchen Early Grayce (Brad Pitt) und Adele Corners (Juliette Lewis). Während Brian versucht, den beiden Mitreisenden mit einem Höchstmaß an Toleranz und Offenheit zu begegnen, fühlt sich Carrie hingegen von Beginn an Early betreffend mehr als unbehaglich. Doch auch sie ahnt nicht, dass mit dem Redneck selbst ein Serienkiller auf ihrer Rückbank sitzt.
Als es bei einem Tankstopp an Earlys Reihe ist, den Sprit zu bezahlen, beschafft er sich das Geld, indem er einen offenbar wohlhabenden Kunden auf der Toilette brutal tötet. Doch das ist nur der Anfang einer Reise voller erschreckender Erkenntnisse und Begebenheiten…

Kritik:

Moderne Klassiker wie David Finchers „Sieben“, Oliver Stones „Natural Born Killers“ oder Jonathan Demmes „Das Schweigen der Lämmer“, aber auch erfolgreicher Slasher-Filmreihen wie „Halloween“, „Freitag, der 13.“, „Scream“, „SAW“ und „Texas Chainsaw Massacre“ lassen die Faszination an Serienkiller-Filmen nicht abreißen. Bei „Kalifornia“ erscheint vor allem die Prämisse reizvoll, dass ein Yuppie-Pärchen einen Road-Trip zu Stätten von Serienmorden unterwegs ist und dabei ein White-Trash-Pärchen einlädt, von dem es nicht weiß, dass der Mann selbst ein Serienkiller ist. Das Kennenlernen der beiden so konträren Pärchen während der Fahrt, die Unterschiede im Look, in der Sprache und im Temperament lassen Senas Film fast wie eine Milieustudie erscheinen, bis Brian und Carrie hautnah miterleben, wie Early wirklich tickt und eine Gefahr für ihr eigenes Leben darstellt. Doch gerade, als es in dieser Hinsicht interessant und spannend zu werden scheint, wenn vor allem Brian von der rohen Männlichkeit seines Mitreisenden angezogen wird, zieht Sena die Handbremse an und lässt den mörderischen Road Trip ungewöhnlich zahm enden. Immerhin darf Juliette Lewis („Natural Born Killers“, „Strange Days“) einmal mehr das naive Girl spielen, Brad Pitt („Sieben“, „Thelma & Louise“) markant den bösen Buben verkörpern, während David Duchovny und Michelle Forbes als Yuppie-Pärchen zwangsläufig dagegen blass bleiben. 

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