Das Ende einer Affäre

Der irische Autorenfilmer Neil Jordan hat schon in seinen früheren Werken wie „Die Zeit der Wölfe“ (1984), „Miracle – Ein geheimnisvoller Sommer“ (1991), „Der Schlächterbursche“ (1997) und „Jenseits der Träume“ (1999) dem Fantastischen viel Platz eingeräumt, was den Filmen auch ihren besonderen Reiz verlieh, zumal Jordan mit Kameraleuten zusammenarbeitet, die seine künstlerischen Visionen entsprechend umsetzen können. Mit „Das Ende einer Affäre“ verfilmte Jordan 1999 einen Roman von Graham Greene, der bereits 1955 von Edward Dmytryk mit Deborah Kerr in der weiblichen Hauptrolle adaptiert worden war. In Jordans Neuverfilmung steht Julianne Moore zwischen ihrem Ehemann und ihrem Liebhaber.

Inhalt:

Es gießt in Strömen, als der Schriftsteller Maurice Bendrix (Ralph Fiennes) kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs in London auf seinen alten Bekannten Henry Miles (Stephen Rea) trifft, der ohne Regenschirm arg bedrückt durch die Straßen schleicht. Als er Miles nach Hause begleitet, berichtet ihm der hohe Staatsbeamte von seinem Verdacht, seine Frau Sarah (Julianne Moore) würde eine Affäre haben. Er überlege sogar, einen Privatdetektiv anzuheuern, weiß aber auch, dass eifersüchtige Ehemänner nur lächerlich wirken. Stattdessen bietet ihm Bendrix an, an seiner Stelle einen Detektiv aufzusuchen, was er trotz Miles‘ Widerspruch tut. Schließlich hatte Bendrix während des Zweiten Weltkriegs selbst eine Affäre mit Sarah, über die er noch nicht hinweggekommen ist. Als Bendrix schließlich mit dem Detektiv Parkis (Ian Hart) spricht, findet dieser tatsächlich heraus, dass sich Sarah mit einem Priester (Jason Isaacs) trifft…

Kritik:

Eingerahmt von Bendrix Erinnerungen und Erkenntnissen, die er im Rückblick hinsichtlich seiner Affäre mit Sarah gewonnen hat, steht zwar das Dreiecksverhältnis zwischen Bendrix, Miles und Sarah im Mittelpunkt der Geschichte, doch spätestens mit den Ereignissen, die mit einer Bombennacht des Jahres 1944 zusammenhängen, in deren Verlauf Bendrix fast sein Leben verlor, erfährt die Erzählung auch eine mystische Komponente. Mit Wundern und Glauben kann der zynische Schriftsteller nichts anfangen. Er glaubt nur an die Liebe und erlebt die Eifersucht auf selbstzerstörerische Weise. Erst spät kommt ein Tagebuch ins Spiel, das vor allem Sarahs merkwürdiges Verhalten nach der Explosion an Tag gelegt hat und die Perspektive von Bendrix‘ Sichtweise auf ihre lenkt. Bis dahin erleben wir drei Figuren, die recht leidenschaftslos über die Liebe sinnieren. Oft genug sieht man Julianne Moore und Ralph Fiennes nackt innig miteinander verschmolzen, doch mit Ekstase hat dieses Liebesspiel ebenso wenig zu tun wie die Gespräche, die Bendrix, Miles und Sarah über ihr vertracktes Verhältnis miteinander führen. Roger Pratt („Die Zeit der Wölfe“, „Batman“) hat dieses um den Zweiten Weltkrieg in London verortete Liebesdrama in schmutzigen Farben düster eingefangen, doch trotz der Sprünge in der Zeit will keine echte Spannung aufkommen, was in erster Linie der steifen Darstellung des Ensembles geschuldet ist. Da ist die über die Liebesbeziehung hinaus verhandelte Thematik des Glaubens und der metaphysischen Aspekte der Liebe schon interessanter umgesetzt.

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