1990 gelang Garry Marshall mit der romantischen Cinderella-Version
„Pretty Woman“ ein Überraschungshit, der die junge Julia Roberts an
der Seite von Richard Gere zum Star machte. Neun Jahre später erschien
es dem Regisseur eine gute Idee, das Traumpaar erneut vor der Kamera zu
vereinen, zwar nicht für eine direkte Fortsetzung, aber schon für eine
Geschichte unter ähnlichen Bedingungen. „Die Braut, die sich nicht traut“
ist allerdings weit davon entfernt, den Charme von „Pretty Woman“ zu
entfalten. Dafür sind vor allem die verkrampft inszenierten Humoreinlagen doch
zu albern.
Inhalt:
Der New Yorker „USA Today“-Kolumnist Homer Eisenhower „Ike“
Graham (Richard Gere) hält einiges auf seine Fähigkeit, die Ideen zu
seinen Kolumnen erst kurz vor Redaktionsschluss zu bekommen. Als ihm aber keine
rechte Story einfallen will, bekommt er in seiner Lieblingsbar die Geschichte von
Maggie Carpenter zu hören, die in der Kleinstadt Hale, Maryland, bereits drei
Männer kurz vor der geplanten Hochzeit hat sitzenlassen. Für Ike ist dies der
perfekte Aufhänger, um eine zynisch-frauenfeindliche Kolumne zu verfassen, die
auch Maggie (Julia Roberts) nicht vorenthalten bleibt, und wagt sich an
der Voraussage, dass Maggie es wieder tun wird. Maggie beschwert sich bei der
Herausgeberin Ellie Graham (Rita Wilson), Ikes Ex-Frau, dass der Kolumnist
die Fakten nicht richtig recherchiert habe, und legt ihr in dem Brief eine
Liste mit 15 Fehlern vor. Ellie bleibt nichts anderes übrig, als Ike fristlos
zu entlassen, da er gegen das wichtigste journalistische Prinzip verstoßen habe.
Ike will diese Demütigung nicht auf sich sitzen lassen und seiner
Chefin/Ex-Frau beweisen, dass er richtig liegt. Also macht er sich auf den Weg
nach Hale und findet schnell heraus, dass Maggie bereits neue Heiratspläne geschmiedet
hat. Diesmal soll es Football-Coach Bob Kelly (Christopher Meloni) sein,
der sie auf eine Hochzeitsreise auf den Annapurna mitnehmen will. Für Ike
bedeutet dies die große Chance, seinen ramponierten Ruf wiederherzustellen. Er
sucht Maggies Freunde, Verwandte und Ex-Verlobte auf, bis er sich in seiner
Annahme bestätigt fühlt. Als sich Maggie dagegen zu wehren versucht, kommen
sich der großstädtische, als Chauvinist verschriene Journalist und die Eisenwarenhändlerin
aus der Provinz plötzlich näher…
Kritik:
Während „Pretty Woman“ seinen charmanten Reiz aus dem
Aufeinanderprallen zweier gegensätzlicher, doch sich anziehender Welten bezog,
sind die Voraussetzungen bei „Die Braut, die sich nicht traut“ gänzlich
andere, denn hier stehen sich Richard Gere als arbeitsloser, zynischer Journalist
und die sogar von ihren Freunden und Verwandten veräppelte, charmant von Julia
Roberts verkörperte „Runaway Bride“ zunächst unversöhnlich gegenüber. Natürlich
ist von Anfang klar, wie sich die Geschichte entwickelt, doch gehen die beiden jahrelang
aufeinander eingespielten Drehbuchautorinnen Josann McGibbon und Sara Parriott („Drei Männer und eine kleine Lady“, „Drei Betten für
einen Junggesellen“) mit der Brechstange vor, um mit lautem Gelächter und
flachen Witzen Humor zu erzeugen, der mit subtileren Mitteln weitaus überzeugender
hätte wirken können. Immerhin darf Richard Gere („Ein Mann für
gewisse Stunden“, „Red Corner“) etwas mehr schauspielern als noch in „Pretty
Woman“. Und die Chemie zwischen ihm und Julia Roberts („Notting
Hill“, „Flatliners“) stimmt nach wie vor. Am Ende ist es allein das gut
harmonierende Star-Duo und die adrette Kleinstadtkulisse, die „Die Braut,
die sich nicht traut“ vor dem kompletten Desaster bewahren.
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