Love Field – Liebe ohne Grenzen

Obwohl Jonathan Kaplan seine Regiekarriere bereits in den 1970er mit Filmen wie „Straße der Gewalt“ und „Wut im Bauch“ begonnen hatte, verlegte er sich in den 1980er Jahren auf das Drehen von Musikvideos für Barbra Streisand, Rod Stewart und John Cougar Mellencamp, bevor ihm mit dem Vergewaltigungsdrama „Angeklagt“ (1988) der Durchbruch als Kinoregisseur gelang. Zu den wenigen bemerkenswerten Arbeiten zählte neben dem Erotik-Thriller „Fatale Begierde“ vor allem das Rassismus-Drama „Love Field – Liebe ohne Grenzen“ mit Michelle Pfeiffer in der Oscar-nominierten weiblichen Hauptrolle.

Inhalt:

Im Leben der einfachen Hausfrau Lurene Hallett (Michelle Pfeiffer) dreht sich alles um Jacqueline Kennedy, die, ebenso wie sie selbst, ein Kind verloren hat. Entsprechend aufgeregt ist sie, dass das Präsidenten-Paar nach Dallas kommt, wo sie mit ihrer im Rollstuhl sitzenden Nachbarin hinfährt. Als sie nach der Parade erfährt, dass Präsident John F. Kennedy erschossen wurde, bricht für sie fast eine Welt zusammen. Obwohl es ihr Ehemann Ray (Brian Kerwin) verbietet, entscheidet sie sich, die Beerdigung in Washington, D.C. zu besuchen. Gezwungen, mit dem Bus zu reisen, freundet sie sich mit der kleinen Jonell (Stephanie McFadden) an, der stummen Tochter eines schwarzen Mitreisenden, Paul Cater (Dennis Haysbert). Als sie zufällig Narben an dem kleinen Mädchen entdeckt, führen falsche Verdächtigungen, das Intervenieren des FBI und eine sich entwickelnde, zu der Zeit verbotene Liebesbeziehung zwischen der weißen Lurene und Paul die gemischte Gruppe nun in ein zunehmend kompliziertes Abenteuer nach Washington, während Lurenes nörgelnder und bierseliger Mann und die Polizei die Fährte aufnehmen…

Kritik:

Nach dem autobiografisch gefärbten Drehbuch von Don Roos („Kaffee, Milch und Zucker“, „Diabolisch“) inszenierte Jonathan Kaplan ein berührendes Road Movie, das Michelle Pfeiffer („Die Hexen von Eastwick“, „Schatten der Wahrheit“) in der gewöhnungsbedürftigen Rolle einer wasserstoffblonden Quasselstrippe zeigt, der die Nähe zur Schicksalsgenossin Jacqueline Kennedy wichtiger ist als das ohnehin angeschlagene Eheglück. Mit ihrer herzlichen wie naiven Art gewinnt sie auch das Herz des Schwarzen Paul Cater für sich, obwohl dieser zunächst sehr reserviert und einsilbig auf Lurenes temperamentvolle Art reagiert. Es ist schließlich das Aufbrechen rassistischer Anordnungen, das Cater zum Umdenken bewegt, wenn Lurene sich beispielsweise bereiterklärt, das Mädchen mit auf die Toilette zu nehmen, da die Toilette für die Schwarzen defekt ist. Es sind diese kleinen Gesten, die „Love Field“ zu einem authentisch wirkenden und einfühlsamen Drama machen, das sich deutlich gegen die Rassendiskriminierung positioniert, von Jerry Goldsmith („Das Omen“, „Alien“) mit einem zurückhaltenden Piano-Score wunderschön musikalisch vertont wurde und in dem Michelle Pfeiffer in einer ungewohnten Rolle glänzt.

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