Als Laura Palmers Freundin Shelly Johnson in David Lynchs
Kult-Serie „Twin Peaks“ (1989-1991) wurde Mädchen Amick
weltberühmt. In bemerkenswerten Kino-Produktionen sah man die talentierte Actrice
seither nur selten. Zu den Highlights ihrer Karriere zählt sicher der
Psycho-Thriller „Dream Lover“ (der hierzulande auch unter dem Titel „Nightmare
Lover“ bekannt wurde) mit James Spader an ihrer Seite.
Inhalt:
Nach der Scheidung von seiner Frau Martha (Kathleen York)
lernt der prominente Architekt Ray Reardon (James Spader) bei einer
Ausstellung die atemberaubende Lena Mathers (Mädchen Amick) kennen, in
die er sich spätestens bei dem Wiedersehen am nächsten Tag im Supermarkt verliebt.
Die leidenschaftliche Beziehung führt zu einer Ehe und einem Kind, doch
allmählich machen Ray Lenas Geheimnistuerei um ihre Vergangenheit und
merkwürdige Abbuchungen auf einer neuen Kreditkarte stutzig. Er besucht ihre
Eltern und befragt Bekannte aus Lenas früherem Umfeld und merkt schnell, dass
Lena ihn nicht nur in vielerlei Hinsicht belogen hat, sondern wahrscheinlich
auch noch seit langer Zeit eine Affäre hat. Als er sie zur Rede stellen will
und ihm die Hand ausrutscht, sieht sich Ray wenig später vor einem Richter, der
ihn in eine psychiatrische Einrichtung überführen lässt. Wie er später
herausfindet, gehörte das zu Lenas perfiden Plan, ihn um sein Vermögen zu
bringen, worauf er seinerseits einen Plan entwickelt, genau dies zu verhindern…
Kritik:
Mit seinem Regiedebüt ist Nicholas Kazan, dem Sohn
des legendären Elia Kazan („Jenseits von Eden“, „Die Faust im Nacken“,
„Endstation Sehnsucht“) ein unterhaltsamer Neo-Noir-Thriller mit einer
gehörigen Prise Erotik gelungen, wobei James Spader („Sex, Lügen und
Video“, „The Blacklist“) den smarten, millionenschweren Architekten mimt,
der kurz nach seiner Scheidung mit der Traumfrau schlechthin zusammenkommt. Das
ist natürlich zu schön, um wahr zu sein, wie uns die weitere Geschichte
offenbart. Kazan, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet,
entwickelt einen zunächst stimmigen Noir-Plot mit Mädchen Amick als
überzeugende Femme fatale, die ihre körperlichen Reize geschickt einzusetzen
versteht, um ihr Opfer in allen Belangen gefügig zu machen. Dass Lenas
Geschichte erst durch Rays Skepsis und persönliche Nachforschungen als
Lügengespinst enttarnt wird, verleiht dem Thriller seinen besonderen Kick,
wobei die Traumsequenzen allerdings seltsam losgelöst vom übrigen Plot
erscheinen und eher einen Bruch als eine Ergänzung/Erklärung zur Geschichte
darstellen. Und auch das Ende wirkt nach dem sorgfältigen Aufbau zu abrupt, um „Dream
Lover“ zu einem Thriller-Highlight zu machen. Doch die elegante
Inszenierung und die gut aufgelegten Darsteller sind trotzdem sehenswert.
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