Richard Fleischer hat seit seinen ersten Filmen im
Noir-Bereich („Follow Me Quietly“, „Ein Satansweib“) eine Vielzahl von großartigen
Filmen in ganz unterschiedlichen Genres realisiert, von Jules-Verne-Abenteuern
wie „20000 Meilen unter dem Meer“ (1954) und Thrillern wie „Der Zwang
zum Bösen“ (1959) und „Der Frauenmörder von Boston“ (1968) bis zu
Western („Vier Vögel am Galgen“) und Action-Dramen („Das Gesetz bin
ich“). Zu seinen weniger bekannten, aber kontroversesten Arbeiten zählt das
Sklaven-Drama „Mandingo“ (1975), das durch seine freizügige Darstellung
von Sex und Gewalt zwischen Schwarzen und Weißen überrascht.
Inhalt:
Louisiana zwischen 1830 und 1840, vor dem Bürgerkrieg: Auf
der heruntergekommenen, von dem Witwer Warren Maxwell (James Mason) und
seinem hinkenden Sohn Hammond (Perry King) betriebenen
Südstaaten-Plantage wird der aus dem Mandinka-Volk stammende Sklave Ganymede (Ken
Norton), genannt Mede, für Kämpfe auf Leben und Tod gegen andere Sklaven
trainiert. Maxwells Sohn Hammond ignoriert seine Ehefrau Blanche (Susan
George) weitgehend, seit er in der Hochzeitsnacht erkannt hat, dass sie
keine Jungfrau mehr ist. Stattdessen fühlt er sich zu der Sklavin Ellen
hingezogen (Brenda Sykes), die ihm von einem befreundeten
Plantagenbesitzer während eines Besuchs zur Unterhaltung angeboten wird. Später
kauft er Ellen, um sie in seiner Nähe zu haben. Als Ellen ein Kind von Hammond
erwartet und Blanche während Hammonds Abwesenheit von der Schwangerschaft
erfährt, misshandelt sie die junge Sklavin und stößt sie die Treppe hinunter.
Ellen verliert das Kind. Als Rache an ihrem Mann zwingt Blanche Mede zum Sex…
Kritik:
Insgesamt vier Romane veröffentlichte Kyle Onstott
rund um die Plantage Falconhurst, aber es dauerte fast zwanzig Jahre, ehe Richard
Fleischer den 1957 erschienenen ersten Roman „Mandingo“ verfilmte. Die
Geschichte fällt dabei nicht sehr subtil aus, stattdessen fokussiert sich der
Plot ganz auf die herrische Art und Weise, wie reiche Großgrundbesitzer ihre
Macht skrupellos ausnutzen, um arbeitstüchtige Sklaven zu verschachern oder sie
zu Kampfmaschinen auszubilden, damit sie bei Wettkämpfen auf Leben und Tod ihren
Besitzern noch mehr Geld einbringen. „Mandingo“ hält sich kaum mit
ausgefeilten Charakterisierungen auf, sondern geht gleich in die Vollen. Da
werden Schwarze ausgepeitscht, in Kesseln mit kochend heißem Wasser verbrüht
und zum Sex mit ihren weißen Herren missbraucht. Hier geizt Fleischer
nicht mit drastischen Bildern. Die Kamera hält drauf, wenn sich die Schwarzen
im Ring halbtot prügeln, und sie geizt auch nicht mit Nacktbildern beim
Geschlechtsakt zwischen Weißen und Schwarzen. Man wird den Eindruck nicht los,
dass hier wilde Tiere aus reinem Spaß an Folter und Lust aufeinander losgehen. Zwar
erscheint Hammond zunächst noch als gemäßigter Herr, der nichts von der Brutalität
gegen Sklaven hält, aber sich schließlich selbst dem Rausch hingibt, als Mede seine
ersten Kämpfe erfolgreich absolviert und ihm damit viel Geld einbringt. So
schonungslos wie „Mandingo“ hat man die menschenunwürdige Behandlung von
Sklaven noch nicht gesehen.
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