After Dark, My Sweet

Jim Thompson zählt nicht nur zu den bekanntesten und besten Noir-Autoren, viele seiner Romane wurden auch erfolgreich verfilmt, darunter „Getaway“ (1972) von Sam Peckinpah mit Steve McQueen und Ali MacGraw in den Hauptrollen, „Grifters“ (1990) von Stephen Frears und im selben Jahr auch „After Dark, My Sweet“ von James Foley.

Inhalt:

Nachdem der Profiboxer Kevin „Kid“ Collins (Jason Patric) im Ring einen seiner Gegner totgeschlagen hat und in eine Nervenheilanstalt eingewiesen wurde, driftet er nach seinem Ausbruch nun im glutheißen Süden Kaliforniens durch die in der Wüste gelegen Dörfer. Mit den Habseligkeiten in einer Papiertüte in der Hand sucht er eine Bar auf und versucht bei einem kühlen Bier den Barkeeper Bert (Rocky Giordani) in ein Gespräch zu verwickeln, der sich jedoch gleich seiner nächsten Kundin zuwendet, der attraktiven Witwe Fay Anderson (Rachel Ward). Collins setzt den Mann mit einem Schlag auf die Nase schachmatt und stürzt auf die Straße, wo ihn Fay in ihrem Auto mit nach Hause nimmt. Sie quartiert ihn in einen Wohnwagen ein und bietet ihm an, als Hilfsarbeiter auf ihrer Palmenplantage auszuhelfen. Wenig später lernt er auch den ehemaligen Polizisten Garrett „Onkel Bud“ Stoker (Bruce Dern) kennen, der Collins dazu anstiftet, zusammen mit Fay einen Millionärssohn zu entführen. Das geht natürlich schrecklich schief…

Kritik:

Der 2025 verstorbene James Foley hat nicht nur etliche Madonna-Videos inszeniert, sondern mit dem hochkarätig besetzten Thriller „Auf kurze Distanz“ (1986) bereits bewiesen, dass er atmosphärisch stimmige Spannungsstoffe hervorragend umzusetzen versteht. Das trifft insbesondere auch auf die vorlagengetreue Umsetzung von Jim Thompsons Roman „After Dark, My Sweet“ zu, der geschickt die schwüle Hitze in der ländlichen Gegend von Südkalifornien einfängt und damit gleichsam der verhängnisvollen Affäre, die der psychisch labile Collins mit der manipulativen Witwe Fay eingeht, den perfekten Rahmen verleiht. Da die Geschichte aus Collins’ Perspektive erzählt wird, der auch als Erzähler aus dem Off fungiert, verfügt das Publikum zu keiner Zeit über zusätzliche Informationen, doch ahnt es natürlich schnell, dass Fay die klassische Femme fatale verkörpert und Collins in den Abgrund zieht. Das ist nicht nur – gerade von Jason Patric („The Lost Boys“, „Narc“) – großartig gespielt, sondern auch wunderbar fotografiert und von James Foley perfekt inszeniert, wie das geniale Finale bestätigt.

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