Internal Affairs

Nach seinem Regiedebüt mit dem romantischen Krimidrama „Stormy Monday“ (1988) durfte der britische Filmemacher Mike Figgis („Leaving Las Vegas“, „Cold Creek Manor“) in seinem nächsten Film, seiner ersten Hollywood-Produktion, bereits mit großen Stars drehen. Der harte Neo-Noir „Internal Affairs – Trau‘ ihm, er ist ein Cop“ (1990) überrascht vor allem durch Richard Gere in einer ungewohnt bösen Rolle als korrupter Cop par excellence.

Inhalt:

Als der LAPD-Cop Raymond Avilla (Andy Garcia) in die Abteilung für interne Ermittlungen versetzt wird, ermittelt er in seinem ersten Fall mit seiner Kollegin Amy Wallace (Laurie Metcalf) gegen den Polizisten Van Stretch (William Baldwin), mit dem Avilla nicht nur zusammen die Polizeiakademie besucht hat, sondern der in jüngerer Zeit leider auch mehrfach wegen gewalttätigen Verhaltens angezeigt wurde. Tatsächlich wird Stretch auch gegen seine Frau Penny (Faye Grant) handgreiflich, da er den Verdacht hat, dass sie fremdgeht.
Bei den Ermittlungen zeigt sich, dass Stretch offenbar mehr Geld besitzt, als er in seinem Beruf verdienen könnte. Es kommt der Verdacht auf, dass der Polizist nicht nur drogensüchtig, sondern auch korrupt ist. Avilla traut ihm organisierte Machenschaften dieser Dimension allerdings nicht zu. Wallace und er richten ihr Interesse daher nun auf den erfahrenen Polizisten Dennis Peck (Richard Gere), der trotz seines Alters noch immer Streifendienst verrichtet, einen besessenen Hang zu Frauen hat. Dazu muss er vier Frauen (davon drei Ex-Frauen) und acht Kinder, die er mit ihnen gezeugt hat, versorgen. Avilla und Wallace finden heraus, dass Peck sich seine Kollegen gefügig hält, indem er ihnen lukrative Nebenjobs verschafft oder bei Verstößen gegen die Dienstvorschriften zur Seite steht. Seine vermeintlich freundschaftliche Art ist jedoch nur vorgeschoben und endet, sobald er sich selbst in Bedrängnis sieht. Als sich abzeichnet, dass Stretch unter dem Druck der Ermittlungen zusammenzubrechen droht, heuert Peck einen professionellen Killer an, der Stretch in einer fingierten Fahrzeugkontrolle während der Streife aus dem Weg räumen soll. Zudem versucht Peck, Avilla zu zermürben und mit sexuellen Andeutungen über Avillas attraktive Frau Kathleen (Nancy Travis) einen Keil zwischen sie und Avilla zu treiben…

Kritik:

Drehbuchautor Harry Bean („Jenseits der weißen Linie“, „Basic Instinct – Neues Spiel für Catherine Tremell“) ließ sich bei seiner Story für „Internal Affairs“ offensichtlich von Meisterwerken wie „Nur noch 72 Stunden“ (1968), „Serpico“ (1973) und „Prince Of The City – Die Herren der Stadt“ (1981) inspirieren, um die Schattenseiten der Arbeit und des Lebens von Polizisten zu beleuchten, allerdings schlägt er dabei weitaus härtere Töne an. Mit dem herrlich diabolisch von Richard Gere („Pretty Woman“, „Ein Offizier und Gentleman“) verkörperten Cop Peck hat Bean eine Figur erschaffen, die sich ihr eigenes Reich erschaffen hat, skrupellos Kollegen und Frauen ausnutzt, um seine eigenen Begierden zu stillen. Mord und Auftragsmorde gehen ihm dabei ebenso leicht von der Hand wie die nonchalante Eroberung von Frauen, wobei er nicht mal vor den Frauen seiner Kollegen zurückschreckt. Als vermeintlicher Saubermann ist ihm allerdings mit Avilla ein Cop gegenübergestellt, der selbst ein Aggressionsproblem hat, sich zu sehr in seine Arbeit vertieft und deshalb ein leichtes Ziel für Pecks Angriffe auf Avillas zunehmend belastete Ehe wird. So werden wir nicht nur Zeuge akribischer Polizeiarbeit, die Avilla und seine lesbische Kollegin Amy Wallace verrichten, sondern auch der angespannten Atmosphäre im Duell zwischen dem vermeintlich guten und schlechten Cop. Das ist stark gespielt, wunderbar fotografiert und ungewöhnlich gewalttätig und erotisch aufgeladen inszeniert. 

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