Marshals - Staffel 1

Noch während die erfolgreiche „Yellowstone“-Serie mit Hollywood-Star Kevin Costner als Zugpferd lief, erweiterte Showrunner Taylor Sheridan seine Schöpfung um die starken Prequel-Serien „1883“ und „1923“. Nach dem Ausstieg von Kevin Costner während der fünften Staffel und dem Ende von „Yellowstone“ ist man bei Paramount+ emsig bemüht, das Erbe und Erfolgskonzept der beliebten Rancher-Serie weiterzuführen. „Marshals“ erinnert aber nur rudimentär an die große Familiensaga, setzt stattdessen auf klassische Polizeiarbeit mit harten Bandagen.

Inhalt:

Nach dem Tod seines Vaters und dem Verkauf von Montanas größter Ranch an das Broken-Rock-Reservat versucht Kayce Dutton (Luke Grimes), zusammen mit seinem Sohn Tate (Brecken Merrill) ein neues Leben auf einer kleinen Ranch aufzubauen. Doch als ein alter Navy-SEAL-Kamerad, Calvin (Logan Marshall-Green), ihn in sein Team von US-Marshals beruft, pendelt er einmal mehr zwischen den Welten, zwischen dem ruhigen Leben bei seinen Pferden und Rindern auf der Ranch und dem adrenalingeschwängerten Einsatz bei den Marshals, zwischen der konfliktreichen Vergangenheit seiner Familie und einer ungewissen Zukunft, zwischen dem nach wie vor vom Vorsitzenden Thomas Rainwater (Gil Birmingham) geführten Broken-Rock-Reservat und seiner eigenen Rolle in der Auseinandersetzung zwischen den Weißen und den Ureinwohnern.
Gleich bei seinem ersten Einsatz wird Kayce Zeuge eines Bombenattentats, bei dem Thomas Rainwater schwer verletzt wird. Der Anschlag steht im Zusammenhang mit einer geplanten Mine für seltene Erden am Fluss durch Broken Rock: Die Bewohner fürchten verseuchtes Wasser und einen Anstieg an Krebsfällen - und sie wehren sich. Zusammen mit Calvin und seinen neuen Kollegen und Kolleginnen Belle Skinner (Arielle Kebbel), Miles Kittle (Tatanka Means) und Andrea Cruz (Ash Santos) jagt Kayce Gangster und Terroristen. Während er nach wie vor um seine tote Frau trauert, erscheint mit Dolly (Ellyn Jameson), Tochter des ehrgeizigen Ranchers Tom Weaver (Chris Mulkey), ein neuer Lichtblick am Horizont…

Kritik:

Ein wenig mehr Familie durfte man schon erwarten, doch nachdem sich die Dutton-Familie ebenso um den Erhalt ihrer Ranch als auch um die mannigfaltigen internen Konflikte kämpfen musste, kocht das Familienleben bei „Marshals“ auf kleiner Flamme. Das dürfte vor allem dem Umstand geschuldet sein, dass Sheridans Co-Showrunner Spencer Hudnut bislang Cop- und SEAL-Serien wie „SEAL Team“, „Crossing Lines“ und „Unforgettable“ produziert und geschrieben hat. Insofern wundert es nicht, dass Kayce vor allem mit sich selbst und dem Erbe seiner schwierigen Rolle in der Familie beschäftigt ist. Die Szenen mit seinem Sohn Tate sind rar gesät und nicht ohne Probleme, aber längst nicht so ausgereift, man sie aus „Yellowstone“ gewohnt ist. Das Attentat auf den Reservats-Vorsitzenden Rainwater dient allenfalls als Stichwortgeber für den alten Konflikt zwischen den Weißen und der indigenen Bevölkerung, erfährt aber keine nennenswerte Weiterentwicklung, außer dass es Rainwaters Mitstreiter Mo (Mo Brings Plenty) auch ein paar Einzeiler zu sprechen erlaubt. Ansonsten konzentriert sich die Serie ganz auf die Arbeit der Marshals und die Konflikte innerhalb des Teams. Da die Serie actionlastig angelegt ist, fallen die formelhaften Dialoge auch kaum ins Gewicht. Dieser Tatsache muss man sich als „Yellowstone“-Fan bewusst sein, um „Marshals“ genießen zu können. Denn außer ein paar bekannten Gesichtern und der betörend schönen Landschaft gibt es in diesem Spin-Off nicht viel aus der alten Erfolgsserie wiederzuentdecken.

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