Nachdem Sydney Pollack Anfang der 1960er Jahre seine
ersten Regieerfahrungen bei Fernsehserien wie „Preston & Preston“, „Alfred
Hitchcock zeigt“, „Ben Casey“ und „Stationsarzt Dr. Kildare“
gesammelt hatte, probierte er sich bei seinen ersten Kinoarbeiten ebenfalls in
verschiedenen Genres aus. Nach dem erstklassigen Drama „Stimme am Telefon“
mit Sidney Poitier und Anne Bancroft in den Hauptrollen, der
Romanze „Dieses Mädchen ist für alle“ mit Robert Redford und Natalie
Wood und dem Western „Mit eisernen Fäusten“ mit Burt Lancaster,
Shelley Winters und Telly Savalas folgte 1969 das Kriegsdrama „Das
Schloss in den Ardennen“, dessen Cast wiederum von Burt Lancaster angeführt
wurde.
Inhalt:
Während des Zweiten Weltkriegs ist eine Einheit von acht
amerikanischen Soldaten, angeführt von dem einäugigen Major Abraham Falconer (Burt
Lancaster), in Belgien, um die deutsche Besatzung zurückzudrängen. Sie sind
auf dem Weg zu einem Schloss, in dem sie Unterschlupf zu finden hoffen. Der
Herr des Schlosses Henri Tixer (Jean-Pierre Aumont) begrüßt sie mit zurückhaltender
Höflichkeit, heißt sie aber nicht ohne Hintergedanken willkommen. Tixier ist nämlich
mit der jungen und schönen Therese (Astrid Heeren) verheiratet, doch da
Tixier impotent ist, kann er mit ihr kein Kind zeugen. Falconer lässt sich
nicht lange bitte, sein Glück mit ihr zu versuchen. Auch die anderen Soldaten kommen
auf ihre Kosten. Während Sgt. Rossi (Peter Falk) die Frau eines Bäckers
verführt, bemüht sich der Kunsthistoriker Capt. Lionel Beckman (Patrick O’Neal)
darum, die Kunstschätze im Schloss zu schützen. Als die Deutschen bis zum
Schloss vorrücken, befehligt Falconer seine Männer, dem übermächtigen Feind
entgegenzutreten…
Kritik:
Sydney Pollack verfilmte William Eastlakes Roman „Castle
Keep“ auf einem Schloss in Jugoslawien und hat somit wenigstens eine
interessante Kulisse für sein Drama, das die meiste Zeit von den vergnüglichen
Zerstreuungen erzählt, denen sich die US-amerikanischen Soldaten auf dem
Schloss und in der nahen Stadt hingeben, was mit einigen humorvollen Szenen
gespickt ist. Doch sobald die Deutschen anrücken, weicht das eskapistische Vergnügen
den blutigen Kämpfen, wobei Pollack unentschlossen scheint, welchen Ton
er mit seinem Film anschlagen will. Erscheint lange Zeit die Gegenüberstellung eines
sehr heterogenen Soldatentrupps mit dem bürgerlichen Luxus das vorrangige
Thema, rückt zum Ende hin die sinnlose Zerstörung des Krieges in den
Vordergrund. Das ist zwar gut gespielt, hinterlässt aber einen faden Eindruck.
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