Master and Commander: Bis ans Ende der Welt
In seinen produktiven 1970er Jahren veröffentlichte Peter
Weir nahezu jährlich einen neuen Film (u.a. „Picknick am Valentinstag“, „Wenn
der Klempner kommt“ und „Die letzte Flut“), in den 1980er Jahren
ließ er sich bereits mehr Zeit für seine Werke, lieferte dabei aber Meisterwerke
wie „Ein einziger Zeuge“ und „Der Club der toten Dichter“ ab, ehe
die 1990er Jahre vor allem von der fabelhaften „The Truman Show“ geprägt
waren. Anschließend ließ sich Weir fünf Jahre Zeit, um mit „Master and Commander:
Bis ans Ende der Welt“ (2003) seinen nächsten großen Wurf zu präsentieren.
Inhalt:
Während der Napoleonischen Kriege um 1805 wird das britische
Kriegsschiff Surprise unter dem Kommando von Kapitän Jack Aubrey (Russell
Crowe) damit beauftragt, das mächtige wie schnelle französische Kaperschiff
Acheron abzufangen. Die Surprise wird jedoch vor der
brasilianischen Küste von der überlegenen Acheron im Nebel überraschend
angegriffen und entkommt – schwer beschädigt – nur knapp, indem sie sich von
ihren Ruderbooten in eine Nebelbank ziehen lässt.
Entgegen dem Rat seiner Offiziere, wohl aber dem Befehl der
britischen Admiralität folgend, lässt der von der Mannschaft „Lucky Jack“
genannte Kapitän die Verfolgung der Acheron aufnehmen. Dem Instinkt
Aubreys setzt der als Schiffsarzt amtierende Biologe Stephen Maturin (Paul
Bettany) den Intellekt eines modernen Wissenschaftlers entgegen, was immer
wieder zu Spannungen zwischen den beiden Freunden führt. Einmal gelingt es den
Franzosen noch, Aubrey einen Hinterhalt zu stellen. Die Surprise
entkommt mit einer List, indem Aubrey nachts ein mit Laternen beleuchtetes Floß
als Köder absetzt und die Franzosen diesem statt der Surprise folgen.
Diese Zeit nutzt Aubrey zur Flucht, dann übernimmt er selbst die Rolle des
Verfolgers.
Während der Umrundung Kap Hoorns fallen sie wegen eines
Mastbruchs zurück. Hierbei ist Aubrey gezwungen, einen Mast und einen Seemann
zu opfern, um das Schiff zu retten. Nachdem die Flaute endet, nimmt die Surprise
wieder Kurs auf die Galápagos-Inseln. Maturin, der versehentlich an Bord bei
einer Übung angeschossen worden ist und sich selbst notoperiert hat, erhält von
Aubrey die Erlaubnis, sich auf den Inseln zu erholen und diese nebenbei zu
erforschen. Als der Schiffsarzt, ein leidenschaftlicher Forscher, mit seinen
Helfern Tiere und Pflanzen sammelt, entdeckt er überraschenderweise das
feindliche Schiff in einer Bucht ankern…
Kritik:
Nach Motiven aus dem Roman „Manöver um Feuerland“ und
anderen Büchern der Aubrey-Maturin-Serie von Patrick O’Brian hat Peter
Weir mit „Master and Commander“ ebenso erfolgreich den Abenteuerfilm
auf hoher See wiederbelebt wie der ebenfalls 2003 in den Kinos angelaufene
Blockbuster „Fluch der Karibik“, auch wenn hier mehr die Humor- und
Fantasy-Elemente in den Vordergrund gerückt sind. Weir präsentiert
dagegen einen klassischen Abenteuerfilm vor dem historischen Hintergrund von
Napoleons Bemühungen, die Welt zu erobern. Nur mit den nötigsten Informationen
über die H.M.S. Surprise und ihre Mission in einer Texteinblendung versehen,
startet der Film direkt auf dem Schiff und einer möglichen Sichtung eines
feindlichen Schiffes im Nebel. Fortan fangen Weir und sein
Hauskameramann Russell Boyd das hektische Treiben auf engstem Raum auf
und unter Deck ein, wobei sich Aubrey als gewiefter Taktiker erweist, der geschickt
Möglichkeiten entwickelt, es mit einem größeren, mannstärkeren und schnelleren
Schiff aufzunehmen. Die Jagd nach der Acheron bildet den dramaturgischen
Faden der Geschichte, aber Weir bleibt ausnahmslos bei der Crew der Surprise,
womit das Publikum vertrauter mit den tragenden Figuren der Handlung wird. Besonders
ergreifend ist das Schicksal des jungen Fähnrichs Blakeney (Max Pirkis),
dem im Laudanum-Rausch ein Arm amputiert wird, der aber aufgeweckt genug ist,
um Maturin bei seinen Forschungen zu assistieren. Einmal mehr befasst sich Weir
mit einem Mann, der entscheiden muss, inwieweit er über das Schicksal seiner
ihm anvertrauten Männer bestimmen kann - die eigentlich nur nach Hause wollen -,
denn sein Ehrgeiz, die Mission zu erfüllen, treibt ihn dazu an, auch
Versprechen seinem Freund gegenüber zu brechen. Das aufwändig inszenierte
See-Abenteuer fesselt mit dramatischer Action und für das Genre ungewohnt starken
Dialogen. Mit Russell Crowe („Gladiator“, „A Beautiful Mind“) und
Paul Bettany („Creation“, „Legion“) stehen zudem zwei gut
aufeinander abgestimmte Darsteller im Zentrum, die die Story mühelos tragen.

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